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Auch in späterer Zeit, da in der Mark die Herrschaft der Zollernden innern Frieden schon mehr befestigt hatte, waren die Dörfer Schön-hansen und Fischbcck noch ähnlichen Kriegsercignissen ausgesetzt. Nament-lich wiederholte Caspar Gans mit einer Genossenschaft fehdelnstigerHerren im Jahre 1455 nochmals einen Einfall in das MagdcbnrgischeGebiet, das man um diese Zeit das Land Jerichow nannte. Weit undbreit wurden die Dörfer gebrandschatzt oder ausgeplündert und denFlammen preisgegeben, worauf die Landesbcschädiger mit ihrer reichenBeute schnell wieder abzogen. Die von Schönhausen und Fischbeckgehörten zu den Gemeinden, welche den abziehenden Feinden mnthignachsetzten; aber sie wurden von diesen zurückgeschlagen und größtcntheilsgefangen genommen. Ihre Befreiung ans dieser Gefangenschaft, ohne solchemit bedeutendem Lösegelde erkaufen zu müssen, hatten sie nur deni glück-lichen Umstände zu danken, daß Bcrcnd von Plesscn, der Comthnr derJohanniter-Ritter zu Mirow, mit ClanS von Heidcbreck ihrem FreundeCaspar Gans zur Theilnahme an seinem Kriegsabenteucr nachreitenwollten und, als sie bei Wittstock vorbei kamen, ans des Bischofs Ver-anlassung, von den Bürgern dieser Stadt überfallen, überwältigt und inHaft genommen wurden. Dadurch konnten die Ansprüche ans Lösegeldgegen einander ausgewogen werden').
Unter solchen Heimsuchungen, welche den Wohlstand der BewohnerSchönhansen's wiederholt beschädigten, blieb der Ort das fünfzehnte Jahr-hundert hindurch nur ein gewöhnliches Dorf unter einem Schulzen, dessenLehnsbesitz Bischof Johann Wepolitz im Jahre 1387 um eine halbe HufeLandes vergrößerte^). Während der Stiftsrcgicrnng des BischofesJohann von Slaberndorf, der den bischöflichen Stuhl von 1591 bis 1520eine friedliche Zeit hindurch innc hatte und anch in seinen andern Be-sitzungen den städtischen Einrichtungen besondere Aufmerksamkeit und Vor-liebe zuwandte, wurde jedoch Schönhansen zu einem Flecken oder einem
Stat. topogr. Beschreibung der Mark Brandenburg I, 273. Das Dors wird nachder Plünderung von 1413 nicht mehr genannt, bis im Jahre 1502 bei der Ab-tretung von Ländereien an das in Schönhauscn für die von Bismarck zu errich-tende Aclerwcrk von Bcrnfeldschcn Hufen wieder die Rede ist. Zu vgl. S. 201.
') Niedel'S voS. I, II, 505. 506.
-) Niedels Doü. I, II, 472.