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3 (1871) A: Die Familie Carl Kähler. B. Die Familie August Kähler bis 1819
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Ich wünschte es doch sehr, daß ihm diese Freude noch gewährt wäre, under wünscht es selbst. Kommen wir der Zeit nur näher und sind gesund,so wird sich Alles finden." Am 8. April.Nun bald achtundvierzig Jahrebin ich mit meinem Mann einen mühevollen Pfad gewandelt. Bis Siediese Reihe von Jahren erreicht haben, möchten Sie freilich noch Mancheszu bekämpfen haben; indeß, meine gute Tochter, schenkt Ihnen Gott nurGesundheit, so werden diese Jahre so hinschwinden, daß Sie Sich gleichmir dann fragen werden: war es ein Traum oder Wirklichkeit, daß diesesAlles hinter mir ist und ich in so hohem Alter stehe?" Am 7. Mai.Ach wenn Sie Augenzeuge gewesen wären, wie tief mich Alles bewegte:Ihre Liebe Ihre schwesterliche und kindliche Theilnahme an diesen Ereignissender fromme und kindliche Sinn, der in meines guten August seinem Briefehervorleuchtete, daß gute Zeugniß, was Sie meinem Fritz geben, und end-lich die Verbindung, in die Letzterer getreten ist; es würde Ihnen wiemeinem Manne bange geworden sein, da es mir auch schaden könne.Dies war jetzt immer mein heimlicher Wunsch, daß uns Fritz dann eineBraut zuführen möchte, und siehe, er ist erfüllt." Am 19. Mai.Fritzwird ja wohl schwarze Unterkleider haben. Die Töchter gehen an diesemTage alle weiß so auch die Enkelinnen; wenn Sie sie wollen aufmerksamdarauf machen, auch die Braut. Ich werde in schwarzer Seide gehen undmit weißem Band auf dem Kopfe. Tiefer Trauer') bedarf es nicht; undwäre es auch, so pflegt man sie doch bei Feierlichkeiten abzulegen; nur buntwürde nicht passend sein. Sie erhalten einen mit zwei Pferden bespanntenWagen, und wir erwarten Sie am 4. Juni Nachmittags." Am 27. Mai. Daß wir den Plan aufgeben müssen den Tag einige gute Freunde hier zubewirthen, ist zufälliger Weise für mich sehr gut. Es ist ein Schwärm vonMenschen zu dieser Feier eingeladen worden, daß auf unsrer Seite nichtsanders übrig blieb als zu erwarten die Dinge, die da kommen werden.Dies sollte Alles sehr heimlich zugehen und mein guter Mann damit über-rascht werden. Allein bei so vielen Theilnehmern war dies nicht möglich,und so hat sich so mancher zutragende Schwätzer gefunden meinem Manneinige Kunde davon zu geben. Doch wünscht er nachher noch welche zumAbendbrode zu bitten. Wenn doch nur Gott wollte, daß keins von denEingeladenen zurückbleiben dürfte! Ich quartiere Sie, weil es meinlieber Mann so wünscht, Alle in unser Haus ein. Sie werden Sich jawohl zusammen vertragen. Ich freue mich sehr Sie mit allen meinen Kin-dern einmal in meinem Hause zu sehen. Sollte Manches mangelhaft sein,so werden Sie mit der alten geschwächten Mutter Nachsicht haben."

Am 13. Juni.Empfangen Sie mit unserm guten Sohne nochmalsden herzlichsten Dank für Ihr beiderseitiges treues Mitwirken die Freude der

1) mit Bezug auf den Tod ihres Bruders am 2. Mai. Oben S. 91.136. f.