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3 (1871) A: Die Familie Carl Kähler. B. Die Familie August Kähler bis 1819
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Ä lt h ll II g

zu der Familienchronik aus spater aufgefundenen Briefen der Stamm-mutter an ihren Sohn August und dessen Gattin.

Zu S. 146. am 23. Januar 1818.Er (der Stammvater) verlebteseine Jugendjahre ziemlich trübe und ist meist durch sich selbst das geworden,was er in der Folge leistete. Er war etwa neun Jahr alt, als seineMutter durch Gewisscnsscrupel tiefsinnig ward, wozu der dortige PredigerKohlreif wohl viel beigetragen hatte. Ostern 1758 bezog er die Schule zuSorau, wo sie noch lebte und erst 1761 starb. Sie blieb in einem gewissengeschwächten Gcmüthszustande bis an ihr Ende, so daß er mütterlicher Für-sorge fast ganz entbehrte. Sein Vater nahm eine Verwandte zu sich, dieaber ihr Amt als Haushälterin schlecht verwaltete. Der Vater entdecktedies früher als sein Vater, den er endlich davon überzeugte, und sie wiederfortgeschickt ward Im Jahre 1763 zu Ostern verließ er die Schule zuSorau um die Universität zu beziehen, mußte jedoch, weil so eben seinVater starb, noch ein Jahr in Triebel bleiben um die Rechnungen seinesVaters als Bürgermeister zu ordnen und die Apotheke miethweise einemandern Apotheker zu überlassen. Sein Vater besaß noch einige Grundstücke,worauf er sich Geld lehnte um stndiren zu können, und sie hernach verkaufte.Dies zur Uebersicht, wie schwer es ihm ward um der edle und gemeinnützigeMann zu werden, der er wirklich ist. Wenn er zur Zeit der Ferien vonSorau zu seinem Vater heimkehrte, so hatte dieser schon eine Menge Arbeitenfür ihn aufgespart und war fast jedesmal unwillig, wenn er zurückfahrenwollte um die wieder angefangenen Schulübungen nicht zu versäumen. DieserDruck seiner früheren Jahre und das Bewußtsein seines Fleißes und sitt-lichen Lebens haben wohl die etwas strenge Beurtheilung Anderer und einegewisse Verschlossenheit in sich selbst bewirkt. Die näheren Umstände vonder Gemüthskrankheit seiner guten Mutter weiß ich nicht, und ich war einJahr mit ihm verheirathet, ehe ich den Muth hatte ihn Manches darüberzu fragen."

Zu S. 153. am 23. März 1318.Wie so manchmal habe ich sechsbis sieben Stunden Wäsche zum Rollen (Mangeln) aufgelegt, sechs bis achtStunden im heißen Sonnner geplättet, daß mir der Schweiß vom Rückengelaufen, ich kann sagen, geflossen ist, und des Nachts wenig oder gar nichtschlafen können. Dies war für meinen schwach gebauten Körper wohl zuviel. Aber ich habe auch in meinem ganzen Ehestände niemand zur Hülfegehabt ausgenommen in Wochen und bei Krankheiten, wo meine alteMutter drei bis vier Wochen zu mir kam. In dieser Verlassenheit werdeich auch wohl mein Leben beschließen.