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3 (1871) A: Die Familie Carl Kähler. B. Die Familie August Kähler bis 1819
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1817.

derselben einen Tag bei seineu Verwandten in SeifartShain mnden Eltern Kunde von seiner Schwester Sophie zu bringen. Zuseiuer Betrübniß fand er die Mutter an Brustbeschwerden leidendden Vater zum Erschrecken abgemagert doch unermüdet in seinerArbeit, deren Frucht im folgenden Jahre veröffentlicht wurde.Aus Anlaß eines Besuches in Sommerfeld schrieb die Großmutteram 21. October der Mutter: „Mit Verlangen sehen wir einerNachricht entgegen, ob unser geliebter Sohn und Enkel wohl-behalten nachhause gekommen sind, und wie ihnen die Reisebekommen ist. Schade nur, daß ihr Besuch so kurz eingerichtetwar, und daß Sie nicht dabei waren. — Nun wird Ihr guterAugust wieder in Halle sein. Daß doch Gottes schlitzender Engelihm immer zur Seite stehen, und der feurige Wille immer vorseinen Augen zu wandeln nie in ihm erkalten möchte."

Von dem bald darauf folgenden dritten Jubelfeste der Refor-mation von der damit zusammenhängenden ersten Kreissynodeund von der damals ernster als je zuvor in Angriff genommenenevangelischen Union erhielt der Vater tiefe und starke Anregungen,die nicht ohne nachhaltige Einwirkung auf seine kirchliche undschriftstellerische Thätigkeit geblieben sind. Bei den Kreissynodendieses und des folgenden Jahres hatte er die Predigt zu halten.In Bezug auf die versuchte Einigung zwischen Lutheranern undReformirten schrieb er um diese Zeit: „Daß aber ein neuer Tagim Reiche Christi beginne, das verkündet gleich einem Purpur-saume des Morgens die evangelische Union." Z In welcherWeise dieses Jubelfest bei seinem Eintritts von frommen Gemeinde-gliedern aufgenommen und betrachtet wurde, zeigt ein Brief derGroßmutter vom St. Martinstag: „Obschon von Freude erfüllt,daß Gott uns durch diesen Luther aus der Finsterniß gerissen,und auch ich mit den Meinigen unter die Zahl derer gehören,die durch diese Reinigung von Irrthümern so beglückt wordensind, so bemeistert sich doch meiner Seele eine gewisse Trauer,daß ich fern von Ihnen diese Gefühle nicht mit Ihnen theilennicht mit Ihnen und meinem guten August gerade in diesenTagen darüber sprechen konnte. Mein Vater und Mutter haben

1) Supernaturalismus und Nationalismus. S. 312.