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1786 — 17S0.
und war nicht wemg erstaunt über die Antwort! „Den (lurtiusRutus." Da er elf Jahr alt schon auf die Fürstenschule nachMeißen kam, so muß er damals noch jünger gewesen sein. DenAbgang dahin und den Aufenthalt daselbst, besonders in derersten Zeit, konnte er nicht traurig genug schildern. An Selbst-erlebtes scheint er gedacht zu haben, als er später schrieb: einejener Anstalten, wo.klösterlicher Pedantismus alle Fehler derJugend nährt und stärkt — wie Ungeziefer in eingeschlossenerWärme sich erzeugt - und alljährlich einen Haufen Jünglingemit zuchtlosen Sitten verderbten Herzen und, wenn es hoch kommt,gefüllten Köpfen in die gefährliche Schule der Welt und derFreiheit schickt." Ungemein bezeichnend für seine Eigenthüm-lichkeit und deshalb der Aufbewahrung werth ist das Zeugniß,welches er bei seiner unerwünschten Entlassung von dort erhielt;es lautet: „Fand sich nach unserer Erinnnerung unter den unszur Erziehung Uebergebenen Einer, der gleichmäßig von Naturund Geschick so begünstigt war, daß man einen ausgezeichnetenErfolg seiner Arbeit erwarten konnte, wenn er sich selbst nichtversäumte, so war es sicher Ludwig August Kähler aus Sommer-feld, der uns am 24. April 1786 von seinem Vater, einembedeutenden Arzte, zugeführt worden. Denn frühzeitig bemerktenwir an ihm Schnelligkeit des Geistes umfassendes Gedächtnißund für einen heranreifenden Knaben nicht geringe Urtheilskraft.Daher eignete er sich leicht an, was gelehrt wurde, und machtesolche Fortschritte, daß unschwer zu schließen war, wie viel erhätte leisten können, wenn er alle Geisteskräfte anspannen wollte,da er wie nebenbei sich eine nicht zu verachtende Bildung erwor-ben hat. Gern sprechen wir ihn von dem Vorwurf eines bösenund verderbten Gemüthes frei; aber wir haben ihn unbeständigzum Schlechten verführbar und in Folge seiner jugendlichen Hef-tigkeit wenig fügsam gegen die Zucht gefunden. Das bezeugenwir gemäß Befehl des fürstlichen Erlasses vom 4. Juli 1788hiemit und bitten Gott, er wolle Kühlers Beginnen so lenken,daß seine trefflichen Eltern dereinst durch seine kindliche Liebeerquickt und seine angesehenen Verwandten durch seine Tugend
1) Bauer Martin der Mörder. S. 15t), vergl. S. 242 f.