Druckschrift 
3 (1871) A: Die Familie Carl Kähler. B. Die Familie August Kähler bis 1819
Entstehung
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1i. die Familie Iuignsl Kahler.

In dem vorangegangenen Veitrage zur Chronik ist vondem zweiten Sohn unserer Stammeltern August und von denSeinen verhältnismäßig mehr aufgezeichnet als von den übrigenBrüdern. Das findet seinen Grund aber nicht in der Vorliebedes Erzählers, so verzeihlich diese wäre, sondern in den Quellen,welche ihm zu Gebote standen. Außerdem ist schon eine Druck-schrift vorhanden unter dem Titel:Dr. Ludwig August Kahler,Consistorialrath:c. Mittheilungen über sein Leben und seineSchriften von seinem ältesten Sohnew. Königsberg 1856 bei Wil-helm Koch." Das dort Gegebene soll hier nicht einfach wiederholtwerden, denn der Zweck ist ein anderer. Indessen wird sich auchnicht ganz vermeiden lassen auf den folgenden Seiten Manches ausjener Schrift aufzunehmen, Anderes, was dort nur berührt ist,ausführlicher darzustellen. Da nach seinem und seiner GattinTod auf ihren ausdrücklichen Wunsch ihre meisten Briefe ver-nichtet sind, so dient als Quelle der Erzählung vorzugsweise dieErinnerung des ältesten Sohnes an Erlebtes und Gehörtes, mehr-fach ergänzt und berichtigt durch seine noch lebenden GeschwisterBeruhard, Nauny und Agnes. Bei dem ernstlichen Strebennach unbefangener Auffassung wird gleichwohl eine persönlicheTheilnahme unvermeidlich sein und hoffentlich Entschuldigung finden.Oft ist der Vater von uns gebeten worden, er möge über seinvergangenes Leben doch etwas aufzeichnen. Aber zu einzelnenBruchstücken konnte er sich niemals entschließen, und für einplanmäßig ausgeführtes abgerundetes Werk, welches ihm vor-schwebte und anziehend genug ausgefallen sein würde, fehlte wäh-rend seiner Amtsthätigkeit in Königsberg die Zeit, nach eingetre-tener Muße in Wogenab die Kraft, und so unterblieb Beides.Hätte er uns mindestens aus seiner Kindheit und Jugend mehrerzählt! Denn an eigenthümlichen und merkwürdigen Zügen,welche auf seine spätere Entwickelung Licht werfen könnten, wirdes bei der sprudelnden Lebendigkeit seines ungewöhnlich reichbegabten Geistes und Gemüthes unter der strengen Zucht seines

1) Zweiter Veitr. z. Chron. S. 117199. 2) II. V. VI. und VII.Wo andere Quellen benutzt wurden, sind sie angeführt.