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Schriften waren nächst der Bibel und Luthers Werken die herr-lichste Leetüre, welche ich auf der Welt kannte. Noch heute halteich Schleiermacher für den größten Theologen seit Luthers Zeit,obschon ich seine Irrthümer im Entferntesten nicht leugne."
„ Im Sommer des Jahres 1839 zog meine spätere Schwie-germutter, die Rittergutsbesitzer von Schmettau, mit ihren dreiTöchtern nach Muskau. Ich machte bald die Bekanntschaft derMädchen und fand Gelegenheit den christlich frommen Sinn dasanspruchlose Wesen und reiche Gemüthsleben der zweiten niit NamenLuise kennen zu lernen. Wir verlobten uns mit einander, undviele Leute verwunderten sich, daß der Mann, welcher bishereinzig und allein seinem Amt und seinen Studien gelebt hatte,urplötzlich ein glücklicher Bräutigam sei. Wonach ich manchmalin stillen Stunden mich gesehnt hatte, das war auf einmal Lebenund Wirklichkeit geworden: ich besaß ein weibliches Herz, inwelchem, wie ich zuversichtlich hoffen durste, mir ein schönes Lebenaufgehen würde, lind diese Hoffnung hat mich nicht getäuscht.Wir halten beide dafür, daß unsere Ehe im Himmel geschlossenist. Ich aber beuge in Demuth meine Kniee unter den, dermich in meiner Luise unendlich weit über mein Verdienst gesegnethat. Das Leben meiner Frau geht in Lieben Beten und Arbei-ten auf. Für das hiesige Dorf ist sie ein wahrer Segen. Siegeht in die Hütten der Armen und Elenden nur leiblich undgeistlich zu helfen, so weit sie es nur immer vermag; sie ermahntdie Weiber ihren Männern Unterthan zu sein als dem Herrnund weiß den aufblühenden Jungfrauen den Werth eines keuschenund züchtigen Lebens eben so ernst als lieblich darzustellen. IhreHoffnung Mutter zu werden ist leider! vereitelt worden. Dashat uns beide manchmal geschmerzt. Jetzt sind wir vollkommendarüber beruhigt und denken: es ist Gottes Wille. Vor längerals einem Jahre haben wir die kleine Tochter der jüngsten vorzwei Jahren verstorbenen Schwester meiner Frau zu uns genommen.Wir wollen sie förmlich adoptiren, wozu der Vater bereits seineEinwilligung gegeben hat. Das Kind ist jetzt sechs Jahr alt, hateine ungenieine Anhänglichkeit an uns und gedeiht unter unserer sorg-samen Pflege leiblich und geistig. So haben wir auch Elternfreude."