208
der besonders liebevollen Fürsorge seiner Großmutter zu erfreuenhatte, i) Alexander folgte ihm 1821 und Otto 1825 nach Zül-lichau. Zwei Jahre darauf verließ die Mutter mit der ihr nochgebliebenen Tochter Spremberg und zog auf das Land nachGroß-Kölzig bei Forsta. Alexander ging 1828 auf die Univer-sität nach Breslau um Theologie zu studiren. Otto vertauschte1829 das Pädagogium in Züllichau mit dem Gymnasium inLuckau, von wo er sich 1832 nach Greifswald wendete, um sichdem Berufe seines Vaters und Großvaters zu widmen. Dieferneren Schicksale der Familie entnehmen wir zumeist einemBriefe Carls an den Erzähler vom 12. Juni 1856; er schreibt:
„— In Königsberg gehörten zu meiner Zeit die VorträgeDeines Vaters zu den erquickendsten, die wir Studenten anhörenkonnten. Wald und Rhesa besaßen wohl gelehrte Kenntnisse,waren aber entsetzlich langweilige Docenten und völlig außerStande das rechte Geistesfeuer in der theologischen Jugend an-zuzünden. Bei Dinter habe ich nur einigemale hospitirt. Michzog der Mann nicht an; er war mir viel zu geschwätzig und imGanzen zu oberflächlich. Als Candidat habe ich Dinters kateche-tische Schriften sorgfältig studirt und aus denselben, was dieForm betrifft, Vieles gelernt. Hahn ging im zweiten Jahremeines Universitätslebens nach Leipzig. Seine dogmatischen Vor-lesungen schloffen uns den tieferen Sinn des Christenthums sowenig auf als das bekannte Lehrbuch von Reinhard, welches eruns noch besonders empfahl. Olshansen hat wohlthätig auf meininneres Wesen eingewirkt und mich damals, wenn nicht klar er-kennen doch ahnen lassen, worin die Herrlichkeit der Theologiebesteht. Er ivar der einzige Lehrer der Albertina, welcher michim letzten Jahre meiner Universitätsstudien ermähnte den ethischenVorlesungen Deines seligen Vaters volle und ungetheilte Aufmerk-samkeit zu schenken, wobei er zugleich an das Paulinische Worterinnerte: cke ra xcelau 2)—"
„Im Juli 1828 verließ ich Königsberg. Auf der Heimreisehielt ich mich acht Tage in Breslau auf, wo mein Bruder
1) Zweiter Beitr. z. Chron. S. 107 f. 2) „ Prüfet Alles und dasGute behaltet." 1. Thess. S, 21.