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1,2 (1869) Die Herren v. Deckenbrock (v. Droste-Hülshoff) und ihre Besitzungen 1570 - 1798 : aus archivalischen Quellen
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Dio Tochter des Borggreve hörte in ihrem Bette auf der Auf-kammer, dass die Hausthüre erbrochen wurde, springt sogleichaus dem Fenster, wird aber von einem wachestehenden Räuberan der Flucht gehindert und mit dem Tode bedroht. Auf ihrBitten gönnt ihr der Unmensch jedoch noch soviel Zeit, als nö-thig, um das Yater-Unser zu beten. Hiermit ist sie noch nichtfertig, als der Nachbar, Clemens Grosse-Markenbeck, durch dasIlundegebell aufgeweckt, seine Jagdflinte löset. Sogleich läuftder Räuber in's Haus und ruft „Verrath". Diesen Augenblickbenutzt das Mädchen, um zu entkommen. —

Der Bruder schlief in einem Bettkasten zwischen Küche undDehle. Als man ihn binden will, verhindert er dieses durchHiebe, welche er geschickt mit einer Bettscheere auf die Angrei-fenden führt, tritt mit den Füssen den Bettkasten entzwei undentkommt so über die Dehle (Tenne) aus dem Hause und nachIiülshoff. Auf dem Schnee konnte man die Räuber spüren abernicht ihre Anzahl ermitteln, weil alle in dieselben Fussstapfengetreten; jedoch will Freiherr Werner Constantin von Drosteeinen Absatz bemerkt haben, welcher sich durch Zierlichkeit von'den andern viel unterschied. Vermuthet wird, dass jene Räuberzu der berüchtigten Rheinischen Bande gehörten und, der Gegendnicht völlig kundig, zum ansehnlichen Hause Brock, wo damalsnicht viel Geld zu finden war, gekommen, statt zu dem NachbarClemens Grosse - Markenbeck, welcher in einem weniger schönenHause wohnte, aber allgemein als sehr wohlhabend galt.

Der alte Pächter Borggreve starb bald darauf in Folge dieserschrecklichen Nacht.

1623, Mai. Tilly's Truppen, obgleich Verbündete des Landes-fürsten, erlaubten sich grosse Erpressungen und Gewalttliätig-keiten, besonders im Amte Bocholt.

1623, August 6. Tilly schlägt den Christian von Braun-schweig bei Stadtloen.

§. 14.

Heinrich II. v. Droste-Hülshoff,

Sohn Bernhard's II.,

1597 — 1666..

Kaum war Heinrich der Mutterbrust entwöhnt, sonahm ihn seine Grossmutter zu sich nach Ebelinghoff in