Druckschrift 
4 (1875) Livland und seine Geschlechter : I. Band
Seite
34
Einzelbild herunterladen
 

84

ergeben wird, höchstens an ein Blockhaus denken)und aus diesem begann er seine Bekehrungsversuchezu leiten. Sie liessen sich anfänglich gut an, einZeichen, dass Meinhard ein Menschenkenner undkluger Mann war, was auch das Chronicon ordinisteutonici (bei Matthaei Analecta tom. V. 700) aus-drücklich hervorhebt: (hv) was seer wys, cloeckende stout van inoede ende hy konden hem alsoehehben, dat hem alle man Hell' had. Dieser Fortgang-und die mannigfachen Handelsartikel, welche dasLand bot, zogen immer mehr Kaufleute und anderesVolk aus Bremen und den übrigen hanseatischenOrten dahin und so erweiterte sich Riga, neben derFeste Ykesola, jetzt Yxküll, welches die Land-bewohner zu allererst den Bremern als Niederlassungund Stapelplatz eingeräumt hatten, zu einem bedeu-tenden Handelsplätze und aus Meinhard dem Mönchewurde Meinhard der erste Bischof, vom Bremer Erz-biscliof als solcher geweiht. Er leitete das Bekeh-rungswerk 23 Jahre und starb 1193.

An seine Stelle setzte der Erzbischof einenMönch aus Loccum, mit Namen Bertold, Dieserscheint die Bekehrung weniger gut verstanden zuhaben, denn kaum 5 Jahre im Amte, erhoben sich,1198, Liven und Letten gegen ihn. Es kommt am24. Juli zu einer Schlacht, in welcher gegen 1100Christen und über 600 Heiden fielen, unter jenenauch der Bischof, der mit seinem Pferde mittenin die Feinde gesprengt war. Die Sieger be-nutzen ihren Sieg nicht, um die Christen aus demLande zu vertreiben, sondern begnügen sich mit der,durch den Sieg gewonnenen Abwehr , ein Zeichenmilder Gesinnung. Aber damit sind Papst und dernachfolgende dritte Rigaer Bischof Albert, früherMönch (regulirter Chorherr) zu Bremen nicht zu-frieden. Es wird die Thatsache, dass ein gesalbtes