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die mehr oder weniger beschränkte Bekanntschaftseiner Bewohner mit einander, die verschiedenen Bil-dungsstufen derselben u. s. w. veranlassten die ver-schiedenartigsten Ideen gotterfüllter Diener. Soentstanden die verschiedenen Systeme mit weitzielenden Prätensionen. Jedes gah sich in der Kegel fürdas allein richtige aus und masste sich die weitgrei-fendsten Befugnisse an, selbst bis zur Allherrschaff.Um die Grösse der Macht und die Kennzeichen derZugehörigkeit und Unterwerfung festzustellen, wurdenFormen erfunden, und diese vermehrten sich meistensin den Fällen, wo die verschiedenen Prätensionenneben einander ins Gedränge kamen. Man knüpftean ihre Erfüllung den Beweis der wahren Gottes-erkenntniss und ächten Gesinnung und nannte dies,,Religion haben." 1 )
So ward das Kennzeichen auch das Richt-zeichen, an dein man einzelne Menschen und ganzeVölker he- und verurtheilt. Wo noch zur Voll-endung des Baues die starke Hand fehlte, welche die
x ) Religio bedeutet bekanntlich nur die Form für eineGottesverehrung',""nicht die Gottesverehrnug seihst, es istalso derjenige, der die bestimmte Form nicht erfüllt, nochkein Verdammungswürdiger, mindestens kein Gottesläugner,er kann sogar Gott viel reiner verehren, als derjenige, derdie Form gebraucht. Voll den ersten christlichen Zeitenbis zu der neuern Zeit wurden unter religiösen Personennur Mönche und Nonnen verstanden, die scheu Silvianusin so weit verdammt, als sie durch ihre religiöse (Kloster)Tracht Religion erheuchelten (religionem vestibus simulare)oder wie er an anderer Stelle schreibt: sub religionis tituloa Religione dissontiunt et habitu magis seculum relinquntquam sensu. Erst seit das Formale das Wesen im Gottes-reiche geworden ist, hat man dem Worte Religio den Be-griff Glauben an Gott unterlegt, womit indess Boutenveck(Religion der Vernunft 1824) nicht einverstanden ist; erhält das Wort Religion, ohne es zu deflniren, wegen seinerVieldeutigkeit für ein Irrlicht.
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