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die sie nie vorher besessen, sondern er war auch ein Gutsherr,wie er sein soll, durch Fürsorge für alle seiner GutsherrschaftAngehörigen, durch Aufrechthaltung guter Sitte, durch un-eigennützigen hülfreichen Gebranch seiner Stellung und seinesVermögens. Das hörte auch da nicht auf, als die Kata-strophe von 1848 ihm die obrigkeitlichen Rechte, diesen Ersatzehemaliger so viel als landesherrlicher Stellung, zu seinemSchmerze entriß. Dazu hatte er ein gastlich Haus, ohneZwang und Formen, ohne Prunk, die Sitte würdig, wie esseinem Stand und noch mehr seiner Persönlichkeit entsprach,aber einfach, herzlich, die Begegnung leutselig, achtend gegenVornehm oder Gering. Vollends aber war es der Familien-kreis, der die Krone seines Lebens bildete: ein vollkommeneseheliches Glück und innerste Lebensgemeinschaft mit der Gattinohne Vorbehalt, eine Schaar von Kindern, mit Ehrfurcht undinnigster Liebe am Vater hängend, Bande zur zweiten Mutter,zu den Schwiegereltern, zum Bruder, zu den Schwestern undderen Nachkömmlingen, die er alle mit der höchsten Wärmeund je ein jegliches mit Pietät, Zartheit, Treue und auf-opfernder Dienstleistung pflegte. Der öffentlichen Wirksamkeit,zu der das Vertrauen seiner Standesgenossen und Mitbürgerihn berief, gab er sich nur aus Pflichtgefühl hin, denn beialler Wärme für die Interessen des Vaterlandes legte er aufseine eigenen Leistungen für dasselbe niemals Gewicht, indiesem Kreise der Seinigen aber lebte seine ganze Seele.
So ist denn ein Leben beschlossen, weniger an großenäußeren Erfolgen reich, aber ausgezeichnet durch seine Reinheit,durch die Beweggründe der Gewissenhaftigkeit, der Ehre derLiebe, die allein es bestimmten. Er war ein seltenes Beispielvon einem Menschen, fast ohne Leidenschaften, und doch voneiner Fülle und Gluth der Liebe und der Begeisterung. Ertrug aber noch ein höheres Gut in seinein Innersten, denchristlichen Glauben, den er schon im Beginn der Mannes-jahre ergriffen und mit der ihm eigenen Einfalt ergriffenhatte, und wenn er gleich in einer gewissen Keuschheit es