Urkunde I.
Schwanow. Diser Herr vnd sine Nachkomen abstigender Linien sind lange Zit zu Schwan-now gesessen , zu derjenigen Herrschasst vil Inkomens gehept, vnd sich geschribenn Herrzu Geroltzeck vnd Schwanow ; vnd haben gemelte Herren das Wapen Hohengeroltzeck ge,ßert, doch vff dem Helm für den Psowenbosch ein Schwanhals in einer Kronen.
Es hat am Herr von Geroltzeck vnnd Schwanow, genant Herr Malrher, ein treffen-lichen langwirigen Krieg mit den Reichstekten gehept, ^Vlo. Lije. xxxiis Sind dievon Stroßburg desselbigenIors, ann dem grönen Dornssag, vor Oerstein gelegen, das-selbig gewannen, dann es ein dürrer Sommer was, haben sie das Stettlin besetzt, wideruwbheimgetzogen von wegen der Heiligkait. Darnach vff Sant Marx Tag sind sie mit HilffBern, Lucern, Basel, Fryburg in Pechtland, vnder Herr Inland Schwarbar deinHouptman, ettwa lang darvor gelegen , vnd nie gewinnen mögen, hat der Herr von Ge-roltzeck vnd ander so im Schloss geweßt, vermeinet, so die Stett wißtent daß sie in deinSchloss mit Prosandt vnd andrer Notturfft so wol versehen sin, wurden abziehen. Vffsoi-lichs haben sie mit den Statten Sprach gehalten vnd vnder andrem angetzeigt, domit daßdie Stött befunden, daß sie im Schloss kam Sorg hatten, so wollen sie verwilligen vnd ett-lich verglaiten das Schloß inwendig ires Geuallens zu besichtigen. Sollichö die Stött mitgrossem Begeren vnd Geuallen annamen , verhofften (das ouch beschahe) iren Vmaildardurch zu erholenn , verordneten daruff zwen, darunder der ain Büchsenmacher was:Als nu die gemelten zwen das Schloss , wie es gestalt vnd versehen was, irs Geuallens be-sichtigten, hat der Herr von Geroldtzeck zu in gesagt, ob sie vermeinten das Schloß zu er-obern ? Daruff der Statte Verordneten nit vil Antwurt gabenn, dann daß der ain widerin sprach: Herr was die Hand kan machen , das kinden ouch die Hend wider zerbrechen,vnd sind domit vß dem Schloss in das Leger gezogen vnd den Stätten angetzaigx, daßdas gemelt Schloss nit wol, sonder swerlich zu gewinnen sig, es were dann, daß denen imSchloss ir Prosandt verdörpt werden möcht; haben ouch die zwen so vil Bericht geben, daßdie Stött vffbrachen vnd sich vff die andren Siten legerten, vnd die Gemach vnd Behält-nis, do deren im Schloß Prosandt lagend, zu oberst erschossen, domit die Prosand zumTaillveruallen vnd gegen dem Himel bloss lagendt: es hatt ouch in drey Monaten nit geregnet,desshalben sich die Stött vil näher haben mögen legeren , dann sie vor nie gcdoucht hätten.Doch so hat sollichs dem Schloss kamen Schaden mögen bringen: dann daß sie vff der be-melten zwaier Bericht, so im Schloss gewesen, die Profant vermalten vnd öffneten. Dar-nach haben sie die heimlichen Gemach zu Strossburg vssgeroumpt, den Wüst inn Thun-nenn vnd Vössern gethon, dasselbig vnd vil ander stincker Hufs vnd Schelmen mit Mei-den vnd Hantwercken in das Schloss geworffen, die Prosandt domit verwiest vnd verderchdomit die im Schloß genot, daß sie sich nit lenger haben mögen enthalten vnd sich mitdenStätten in Sprach begeben, vnnd nach vilcr Rede vnd Handlung ist betädingt, daß denStatten das Schloss Schwannowe vnd alle die vnd das darinne was, vff Gnad vnd Vn-Znad auffgeben wardt, vßgenomen was die Frow von Geroltzecke, sodann die Zeit imSchloß was, vber die Vallbrucken tragen, das zu irem Leib gehörte, das solte ir zustön