6
Urkunde I.
schrifften, innsondcrheit in einer alten Kyrchen in einem Dorff ,Empffingenn genant, dasvor dem Schwartzwald ligt, das vor langer Zit der alten Herrenn von Geroltzeck gewest;doselbst inn der Kirchen der Schild Geroltzeck gehouwen ouch dieser Verss:l)s platea in Koma (Zerolt^eckidi äiÄa üirpz ess progreila.
Vilgemelter Geroldt was jung der Iore, gerad vm ;d stoltz dess iibs. Gietig ge.gen den Frunden, aber gegen denVeinden krüm vnd vnerschrocken. Dann all sinGemiet,Sinn vnd Gedanken stunden dohin, Briß, Eer vnd Lob zu erlangen; als sich dann ann vilOrten wol erschink. Vnd insonderheit als obgemelter Kayser Aarlin, by dem er inußn-derheit in grossen Gnaden vnd Ansehen gewest, vnd vff die Zit, als Kayser Charlin tröstfenlichen grossen Krieg hatt, vnd ein Streit wider die von Sachsen thet; inn wölchem Mgvnd Strüt obgemelter Herr Geroldt oberster Veld-Houptman gewest, vnd sich so ritwl!ch, erlich vnd wol gehalten, dardurch derKayser dcn Sig erlangt: dann der gedouchteGe/rold brocht Mithigund den Kinig der Sachsen und vil ander mit siner eignen Handvmb; die vbrigen bracht er inn die Flucht. Als man dann inn dem Buch, der Sachsen-spiegel genant, clarlichen erfindet. Er hat ouch erlanget by Kayser Aarlin, daß dieSchweben den Vorzug allwegen haben selten , dergestalt, so ein Kayser oder ein Römi-scher Kinig gen Rom, die kayserlichen Chron Zu erholen, oder sunst inn kriege zücht, ssso! eim Kayser oder Kinig zwey Baner vorgefieret werden. Erstlichen Sant Jörgen Ba-nen, do mit sollen die Schwoben den Vorzug habenn; darnach der Adler, das ist dasRömisch Reich; als dann by Kayser Lriderichen des dritten dess Namens ouchgesche-hen ist. Wie dannAeneas Giluius der darnach Bapst vnd Pius genandt warbt, clar-lich beschribt vnnd antzeiget. Vnd daß aber die Schwoben do har den Vorzug haben er«langet vnd vberkomen, hat Gottfridus der Bischoff Viccerbtensis gar schon mit Lati-nischen Versen beschriben also lutendt:
^uclicio eeli äommantur in orbe 8vven/,i^lnnL vbieunc^ue Zeri res publica3 xretia c^nerit,
Oräine primnz erit Zlaäio vult prlmu8 kaderi,
I^Inreciue iißni5eri primns in koKe ierit.
Obgemelter Geroldt hat durch sine ritterlich manliche Thaten, so er ann dmSach<sen, wie obgemelt, ouch anderswo, viluältig gethan vnd volbracht, hat er dardurch er«langet, daß in Kayser Charlm zu einem Presectum vnd gewaltigen Regieret des ganPnLands Schwaben gemacht vnd gesttzet hat.
Nachdem nun der Kayser Charlin den Sig , wie gehört ist, ann den Sachstn er-langt, stund im sein Syn vnd Gemüt ann das vngleübig vnchristelich böß Volck dieHunnen, die yetzet genempt werden die Hunger, zu dem rechten Liecht vnd woren chrl-stelichen Glouben zu bringen, vnd rüstet sich zu Roß vnd Fuss, als starck er möcht: De«ren aller Houbtmam was abermols der furstmaßig thur vnerschrocken Herr Geroldt, emVrefectuö vnnd gewaltiger Regierer der Schwaben, vnd ein liebgehabter inderster RH