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1,3,4,1 (1875) Geschichte des Landes und seiner Zustaende. Th. 4, 1. Haelfte. (Schluss der Landesgeschichte, von 1272 [1275] bis 1508) / nach d. Verf. Tode fortges. von W. Tobien
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torialherren in Westfalen verwickelt waren, und als dessenPreis auf der einen Seite die vollständige herzogliche Ober-hoheit, ans der andern die Unabhängigkeit von dem geistlichenHerzog erstrebt wurde, war vorläufig zweifellos zu Gunstendes Erzbischofs entschieden.

Diese Machtstellung des Erzbischofs Siegfried wurdein Westfalen besonders dem Grafen Eberhard II.von der Mark sehr drückend/") und während ein andererwestfälischer Graf, Ludwig von Arnsberg, gegen denmächtigen Kircheufürsten sich aufzulehnen nur einen schwachenVersuch machte,^) trat Eberhard als eifriger Vorkämpferin dem Streit der kleineren Fürsten gegen den Erzbischof auf.

So war Eberhard auch am 5. Juni 1288 unter denGegnern Siegfried's in der für diesen so unheilvollenSchlacht bei Worringcn. Diese Schlacht ist die wichtigsteThatsache aus dein Limbnrger Erbschaftsstreit, welcher zwi-schen dem Herzog von Brabant und dem Grafen von Bergeinerseits und dem Grafen von Geldern andererseits aus-brach und in welchen der Erzbischof Siegfried zu Gunstendes letzteren sich einmischte. An der Spitze eines bedeutendenHeeres tapfer streitend, wurde Siegfried besiegt und vondem Grafen von Berg gefangen genommen^') und erst im fol-genden Jahre unter ungünstigen Bedingungen aus der Haftentlassen. So sollte er n. a. die Summe von 12,000 Markzahlen, zu deren Sicherstellung er dem Grafen von Berg vierseiner Schlösser verpfändete, unter diesen auch Waldenburg(bei Attcndorn) und Rodenberg (bei Menden.^)

") Vgl. außer verschiedene» Andeutungen bei Seibertz (z. B. Bd. I. 3. 2,S. 293 f.; 1. 3. 3, S. 18 f. u. a.) besonders v. Hassten in derZeitschrift des Belgischen Geschichtsvcreins, III. 259 ff.

") Tobieu, DcnkwUrdigk. aus der Vergangenheit Westfalens, l. 139 f.Tob. a. a. O. II. 57 f. Vgl. Seibertz I. 1, 197 und UrkundcubuchNr. 424.

") Northof, a. a. O. S. 119 ff. Lacomblct, 11. v. 811. Hacften,a. a. O. S 275 ff.

Vgl. Northof, a. a. O. S. 112 f/ Northof, Ooirion xonlil.doloir. (bei Seibertz, Quellen der wcstf. Gesch. II. 17 f./ Jakobvon Soest, a. a. O. S. 192 f.; v. Hacften, a. a. Q. III. 229 f.

2°) llrk. bei Lacomblct, II. 865. Vgl. in Betreff des Schlosses Roden-berg, die in Aum. 37 augcsithrte Urkunde und in Betreff des SchlossesWaldenburg Aum. 47.