Gartenfront des Schlosses Friedrichshof.
III. Des Herrensitzes Neuerstehung durchSchloss Friedrichshof.
iENN um diese Zeit regte sich dort ein neuer mächtigerLebenskeim, der mit junger Kraft an die ehrwürdigen Mauernder hinsinkenden Burg über Kronberg pochte. Seit dem1. Oktober 1888 war Ihre Majestät die Kaiserin-Königin FriedrichEigentümerin der kleinen Villa Schönbusch, nordöstlich des Städtchens,sammt ihrem umliegenden Gelände geworden. Dort erhob sich in dennächstfolgenden Jahren der schöne stolze Fürstensitz, der jetzt alsSchloss Friedrichshof in der kunstsinnigen und für landschaftlicheSchönheit empfänglichen Welt als Meister- und Musterwerk, als eineder stilmächtigsten Arbeiten in der Entwickelung unseres deutschenSchlossbaus, zugleich als eines der bedeutendsten Blüten deutscherLandschaftsgärtnerei bewundert wird.
Schon bevor diese Schöpfung Ihrer Majestät vollendet war unddie hohe Eigentümerin den neuen Wohnsitz, im Jahre 1895, bezogenhatte, richtete sich zunächst und unwillkürlich von der Terrasse vorder südlichen Gartenfront der Blick auf die malerische und vornehmeErscheinung der alten, am südwestlichen Elimmel emporsteigendenDoppelburg. Das lebhafte Bedauern: dieses Denkmal einer vorzüglicherhalten Vergangenheit unter der Sorge des Staatsfiskus sicherm Zu-sammensturze verfallen zu wissen, erweckte bei der kaiserlichen Schloss-