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Kurhannover greift wirksam ein, 1750.
Das dauerte so seine 12 Jahre fort bis 1750. Da nahm sich aber-mals Kurhannover der bedrängten Glaubensbrüder an. Man erwarte,hiess es von Seiten Seiner Grossbritannischen Majestät: „dass der Kur-fürst von Mainz soviel Erleuchtung, Billigkeit und Liebe zu ihren Unter-thanen habe, als dass sie nicht die Evangelischen Cronbergs abei demGenuss ihrer Gerechtsame intacta religione zu lassen geneigt seinsollte." — Mit diesem hohen Herrn hatte man nicht lange zuvor (1743),sowohl in Mainz wie in Kronberg, gelegentlich der Schlacht bei Deltingen(unweit Hanau) persönlich Fühlung bekommen; deren kräftige Eindrückemochten wohl noch nicht gänzlich verwischt sein. Der Kurfürst Erz-bischof erliess wirklich am 31. Januar 1752 ein Abstellungsdekret überverschiedene Beschwerden. Indessen diese dauerten fort; nur warenjetzt die Beamten selbst die Uebelthäter. Unterm 9. März 1752 be-richten 16 kronberger Deputirte dem Corpus Evangelicorum zu Regens-burg: „Man siehet gar leichtlich voraus, dass, wenn die KurmainzischeRegierung einen oder andern dieser Vorgänge zu verfechten sich nichtgetrauet, die Schuld alsdann einem Pfarrherr, welcher unter dem Vi-cariat (der geistlichen Behörde in Mainz) und nicht unter ihr stehe;einem Ambtskeller, einem Oberschultheissen beigemessen werden, wieman schon ehedem die Exzesse der einquartierten Soldaten ihrem Offizierzugeschrieben."
Endlich tagte vom 20. November 1752 bis zum 16. März 1754 zuFrankfurt eine darmstädter „Mediationskommission." Die heftigen Par-teischriften Kronberg-Mainz, über einige Dutzende von Beschwerde-punkten, und die schwächlichen hessischen Schiedsprüche füllen einenferneren grausigen Folianten von 170 Seiten. Augenscheinlich aberfehlte von beiden Seiten der gute Wille zu Friede und Eintracht.
Mit einer Bitte von Kurmainz um Fristverlängerung brechen dievorliegenden Akten ab. Als die Darmstädter wahrnahmen, dass „dieCommission eines langsamen Todes zu sterben drohete," gingen sielieber unverrichteter Sache lebendig nach Hause.
Die Kronberger aber bombardierten in Regensburg weiter mit ihrenVorstellungen. Noch am 24. März 1766 schreiben sie: „dass wir, solange wir leben, von den Gerechtsamkeiten, darin wir seit 30 Jahrenmit Zwang und List unter unaufhörlichen Drangsalen beeinträchtigtworden, gutwillig nichts vergeben."