606 Aus Johann Nikolaus' Leichenrede. Plan der Burg Hohlenfels.
loren ginge, befestigen, zumahlen dero Underthanen hiernach zu Gottinniglich seufifzen, zu geschweigen der braven Cronbergischen Familie,welche dadurch gleichfalls wieder fest stabilirt werden könnte.
Aber es war zu spät. Johann Nikolaus' Dasein war ohne Zukunft.Schon lange vor seinem Ende war er bereits ein Toter. Wesshalb erseine Pflicht für die Fortpflanzung seines Geschlechtes nicht erfüllt hat,ergiebt sich vielleicht aus der Schilderung seiner Persönlichkeit, die inder Leichenrede aufbewahrt ist.
„Geboren war er 1. Septb. 1633 in Altenbamberg, unterrichtet durchHauss Präceptores, dann hohe Schul in Strassburg, Reisen in Holland,
Engelland, Frank-reich, Italien; überWien wieder nachHaus. ChurfürstKarl Ludwig vonder Pfalz machteihn, 1666, zumOberamtmann inGermersheim. Alsdie ganze Pfalz inäussersten Ruingesetzt war (beider ersten Pfalz-verwüstung durchGrundriss der Burg Hohlenfels, nach Piper. Ludwig XIV) ZOg
er nach Holenfels, das ihm durch den Abgang der Ybischen Linieangefallen. Er baute es wieder auf und hob es in den jetzigen schönenStand. Als 1692 Graf Craft Adolf Otto starb, fielen ihm alle Lehnezu. Kaiserliche, Reichs-Mainz-Trier-Worms-Churpfalz-Hessen-Nassau-Solms-Löwensteinsche."
„Darüber hatte er beim Kammergerichte viel schwere Prozesse zuführen. Er war ein frommer gottesfürchtiger Herr. Sonntags AbendHess er sein Gesinde geistliche Lieder singen. Wenn er ausgefahren,hat er das Geld ungezählt unter die haufen'weis um die Kutsche ge-kommenen armen Leute verteilt. Er hatte seit vielen Jahren einen„offenen Schaden" am Schenkel der ihn erschöpfte."