Kronberg in Wien. Immediatgesuch wegen Anteils an der Beute, 1. März 1634. 561
Aldringen hatte das Absetzungspatent vom 18. Februar zahlreichenzuverlässigen höheren Offizieren seiner Armada übersandt. Zugleichwaren am 22. Februar viele Obersten, darunter auch Kronberg, nachWien berufen, um sie in Gehorsam zu halten. Damit hangt wohlAdam Philipps lang verzögerte Bestätigung als Oberst von Montecuculiund seine Uebernahme in den kaiserlichen Dienst „über Antrag desGenerallieutenants Grafen Gallas" zusammen.
Wallenstein fiel als Opfer seiner ungeheuren phantastischen Selbst-täuschung: über die Treue seiner Truppen und über Bernhard von Weimar,der des Friedländers Doppelspiele und wankelmütigem Sinne niemalsgetraut hatte. So war er schliesslich von Freund und Feind verlassen.Seine Verhandlungen mit den Schweden und Sachsen waren mit kaiser-lichem Vorwissen gepflogen gewesen. Ein Hochverräter ward er erstin den letzten Wochen seines Lebens, als er sich in Wien ungehörtverurteilt wusste.
Der Kaiser hatte das äusserste Mittel: die Ermordung, niemalsausdrücklich gutgeheissen; er hatte nur die Massregeln gebilligt, diezu jener führen mussten und, nach Onates und seiner VerbündetenAbsicht, führen sollten.
Wallensteins gesammtes Archiv fiel in Gallas' Hände. Dieserschickte den Nachlass dem Kaiser ein; jedoch ohne die, für ihn undandere zuletzt treugebliebene Obersten etwa kompromittirenden Stücke.Diese wurden vernichtet. So hat sich von Adam Philipps Hand nichtsweiter erhalten als der Brief an Wallenstein vom 15. November 1632.
Nun ging es an die Teilung der gewaltigen Beute. Adam Philipphatte zu den Treuen gehalten. Jetzt galt es: dieser Gesinnung möglichstdeutlichen und wirksamen Ausdruck zu den Akten zu geben. Schonam 1. März 1634 richtet er aus Wien das nachstehende eigenhändigeGesuch an Kaiser Ferdinand II:
„Allerdurchleuchtigster Grossmächtigster Unüberwindlicher Rö-mischer Kayser etc. Allergnädigster Herr Ich habe bei Nürnberg denschwedischen General - Zeugmeister Leonhard Dorszensohn gefenglichbekhommen unnd selbigen auf des Herzogs von Meckelburg-FridtlandtOrdinantz losz lassen müssen, doch mit der ausztruchtenlichen Ver-heiszung, das mihr der Hertzog 12,000 Ducaten darfür guett machenwolte, dartzue er sich dann auch noch vor wenig Tagen erbotten hat."