Kronbergs Rechtfertigung. Das italienische Komplott gegen Friedland 1. Jan. 1634. 559
alsz ich über allen angewandten Fleiss der Soldaten überhandt genomeneFuria nit mehr stillen khönnen, seindt ausser der Jenigen, die sichmit der Flucht salviret, ein ziemblich Anzall uff dem platz geblieben." . .Darauf haben die anderen Ortschaften sich unterworfen und die waffenabgeliefert. Die „Stellung und Benennung" der Rädelsführer hat derGeneralwachtmeister umbgangen. Er denkt, sie sicherer zu erfahrenwenn er wieder in den Ortschaften im Quartier liegt. Am 22. Januar1634 schätzt er die Gebliebenen auf gut 150; er hat von den Jesuitenein Verzeichnis der dort beerdigten Bauern verlangt. — Dem Kurfürstenals Landesherrn war die mit seinen Bauern vorgenommene Kur allzuscharf gewesen. Adam Philipp versichert dagegen: er habe äussersteSchonung geübt und fährt offenherzig fort: „Gott weiss aber, wie ungernich gleich anfänglicher in diese Commission kommen; nit zwar darumbdass viel wenig Ehr in diese Occasio, es falle aus auf was Seiten odermanier es wolle, zu erlangen sein wurt, sondern weil ich oben diedisgusto (über sein Verfahren) empfinde und (mir) zur Recompensbesorgt halte; also die Ehr gern einem andern gönnen mögen, zumalmir vorhin bewusst, das es ein schlecht Kunst: einfeltige schlechteBauern zu erwürgen; aber dergleichen halsstorrige verstockte und ver-zauberte Bauern zu chargiren will gleichwohl mehr brauchen wie derAugenschein zu erkhen gibt." Er hat alsdann Patente erlassen, dieüberall beruhigend gewirkt haben.
Um das Neujahr 1634 hatte endlich Ferdinand II das vom spanischenGesandten Onate angesponnene, vom kurfürstlich bayerischen AgentenRichel geschürte, von den italienischen Generalen: Gallas, Piccolomini,Caretto zur Ausführung übernommene Komplott: den Friedländer vomOberkommando zu entsetzen, gut geheissen, nachdem des Kaisersfurchtsames, bewunderndes Vertrauen in den allmächtigen GeneralissimusWallenstein durch den Fall von Regensburg (4. November 1633) zer-stört war. Der Friedländer, siech und meistens bettlägerig, wusste seitdem Dezember durch seine heimlichen Agenten in Wien „dass derStab über ihm gebrochen werden solle." Am ersten „Pilsener Schlüsse"der 49 Generale und Obersten, vom 12. Januar 1634, nahmen wederAldringen noch Kronberg Teil. Wallenstein versuchte wiederholt: beidenach Pilsen zu ziehen. Aldringen „möge nur auf einen Tag von Passauherüberkommen" Hess Friedland ihm durch Trzka schreiben (1. Februar