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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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Schweikards Karakterbild.

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eine glatte gemütliche, Vertrauen erweckende, »insinuante« Natur. DerPomp des hohen geistlichen Kirchenfürsten lag nicht in seinem Ge-schmacke. Im Hause trug er ein einfaches bürgerliches Kleid, draussenReiterstiefel, Harnisch und Schwert,nach spanischer Sitte." Er war stetsbestrebt, mit dem Gegner durch persönlichen Verkehr, durch versöhn-liches Hin- und Herreden, das den harten Kern umging, ein freund-schaftliches Einvernehmen herzustellen. Von Kurpfalz allerdings wandteer sich schliesslich, 1619, erbittert ab, weil er dortgetäuscht undmisbraucht" sei. Mit den lutherischen Fürsten aber, namentlich mitKursachsen, verhandelte er stets vermittelnd und hinhaltend. Ihn fürdie schroffe Liga zu gewinnen fiel dem Herzog Max nicht leicht. Alsjedoch Heinrich IV sich in den Jülichschen Erbfolgestreit mischte,trat der Kurfürst dem Könige mit lebendigem nationalen Gefühle ent-gegen. Sein ganzes Leben war den politischen Angelegenheiten ge-widmet. Zahlreiche ausgedehnte Staatsschriften verfasste er mit eigenerHand. Den Kanzleibefehlen an die Reichstagsgesandten fügte er vielfacherläuternde eigenhändige Nachschriften hinzu. Seine fürstlichen Korre-spondenten waren sehr zahlreich. Sein vielgeschäftiger Eifer Hess ihnin kritischen Zeiten Schlaf und Mahlzeit versäumen. Aber es fehlteseiner diplomatischen Vielgeschäftigkeit, seiner einschmeichelnden Ge-wandtheit ein wesentliches: das klare, in den Kern der Sache ein-dringende Urteil. Er war nicht ohne Geist und Verstand, nicht ohnebeträchtliche allgemeine Bildung; aber sein Verfahren litt an einergewissen altväterischen kleinlichen beschränkten Schlauheit. Seine Red-seligkeit gereichte oft seinen Gegnern zum Nutzen. Der Vorwurf:dass er vor allem auf Bereicherung seiner Verwandten bedacht ge-wesen, erscheint allerdings in Beziehung auf seinen Bruderssohn AdamPhilipp (130 K) begründet. Dessen böhmische und lothringische Güter-ankäufe, sein Kürassier-Regiment, waren nicht von dem jungen Offizieraus eigener Kasse bezahlt. Jedoch betrieb Schweikard diese Familien-politik kaum in einer, damals bei der hohen Geistlichkeit ungewöhn-lichen oder gar unerlaubten Ausdehnung. Endlich wird noch einZeichen der damaligen Zeit rühmend erwähnt: dass der Erzbischofzwar heitere Geselligkeit liebte, nicht aber dem allgemeinen Lasterseiner Zeitgenossen, namentlich auch der Höfe: dem Trünke und derVöllerei verfallen war. Er befahl sogar ernstlich (1607):die grosse