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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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476 Union 1608, Liga 1609. Verhältnis der Religionsparteien um 1555.

erals Vater und Hirt" die Freude: dass durch den Einfluss desDomherrn von Wambolt das evangelische Heiligenstadt in den Schoossder alleinseligmachenden Kirche zurücksank. Leider aber hattenSchweikards eifrigste Gegenbemühungen nicht verhindern können, dassunter Führung des Pfalzgrafen Friedrichs IV zahlreiche protestantischeReichsstände am 14. Mai 1608 dieUnion" schlössen. Sie bestandwesentlich aus Reformirten; die Lutherischen unter Kursachsen ver-hielten sich lau und neutral. Die vornehmlichste Beschwerde derEvangelischen war damals:der Ausschluss von allen Stiftern undanderen Dignitäten, je länger je mehr, sowohl bei dem Kammergerichtals auch sonst . . . welche merentheils von ihren Vorfahren gestiftet."Der Union gegenüber brachte der Herzog Maximilian von Baiern mitSchweikard, Kurköln, Kurtrier und mehreren Fürstbischöfen 1609 einenkatholischen Bund zustande. Dieser bezeichnete sich zunächst ebenfallsals eineUnion," bald aber mit dem NamenLiga." Ihr Oberhauptwar der Herzog, ein durch Mut und Geschäftskunde hervorragend be-fähigter Staatsmann und militärischer Führer. Ihm zur Seite standKurmainz, alsBundesoberster" in den Rheinlanden. Die übrigenGlieder waren Schatten. Jedes der beiden Bündnisse wollte nurzurVerteidigung des Augsburger Religionsfriedens" von 1555 errichtet seinauf das- ein Schwert das andere in der Scheide halte;" beide aber, inihrem organisirten Gegensatze trieben notwendig das deutsche Reich inden Bruderkrieg hinein. Seine hauptsächliche Veranlassung war: dassbeide Religionsparteien den Frieden von 1555 und denGeistlichenVorbehalt," (wonach jeder Geistliche, der protestantisch werde, seinePfründe verlieren solle) je zu ihren Gunsten verschieden auslegten undanwandten. Am Schlüsse der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts warDeutschland zum weitaus grössten Teile protestantisch geworden.Gleichzeitige Schriftsteller berechneten: 7io lutherisch, 7io Sekten (refor-mirt), Vio katholisch. Unter 100 Priestern war kaum ein einziger un-verheiratet. Dann setzte der gewaltige Rücklauf ein; mit der genialenDienstleistung der S. J. wurde er, wie anfangs von den protestantischen,nun von den katholischen Landesherren, nach der Regel des Religions-friedens:cujus regio ejus religio," grossartig durchgeführt.

Der erste Zusammenstoss beider Bünde drohte schon 1609 durchden Jülichschen Erbfolgestreit. Auch dort handelte es sich um katho-