Sein und Frau Annas Grabmal in der Burgkapelle.
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Dasein weidlich unruhig gemacht. Seine treue Anna folgte ihm am14. April 1551. Vierzig Jahre lang waren sie mit einander in Sonnen-schein, und noch weit mehr in Sturm, vereint gewesen. In der Schloss-kapelle, rechts vom Altare, wurden sie bestattet. Dort stand ihr Denk-mal unversehrt, jedenfalls bis zum Jahre 1763. Damals wurde es inden Oetterschen „Wappenbelustigungen" beschrieben. Zu jener Zeitdiente die Kapelle schon seit mehr als 100 Jahren (1624) dem Gottes-dienste der kleinen katholischen Gemeinde. Erst später also ist derStein frevelhaft zertrümmert. Die aus der Fläche sich abhebendenKöpfe und Hände wurden abgeschlagen und verschwanden. Vor etwazwanzig Jahren ward eine vermauerte Blende auf der Empore der Ka-pelle aufgebrochen; zahlreiche steinerne Bruchstücke kamen darin zumVorschein; sie gehörten zu Hartmuts XII Denkmale; die beiden Köpfefehlten. Die örtliche Sage schreibt diese Schändung verspätetem Glaubens-hasse zu. Wir dürfen sagen: mit Unrecht. Zunächst war nach 1763der fünfzigjährige konfessionelle Kampf in Kronberg bereits verglommen.Es wäre fast widersinnig anzunehmen: dass damals ein Katholik anseinem langjährigen geweiheten Gotteshause durch eine Bilderstürmerei,die sogar des Kruzifixes nicht schonte, sich so schwer versündigt habensollte. Zudem wäre nicht zu erklären: weshalb die abgehauenen Glied-massen in der Blende sorgfältig geborgen wurden und nur die zweiKöpfe verloren gingen?
Die brutale That muss daher auf die Rechnung der franzö-sischen Besatzung geschrieben werden, die um 1796 verschiedentlichauf der Burg sich eingenistet hatte. Es ist überliefert, dass sie darinhöchst verderblich gehaust haben. Ein Bericht von 1798 sagt: „Da derEingang auf das alte Schloss zu Kronberg nicht wohl verschlossen werdenkann, so geschah es während der Anwesenheit der französischen Truppen,welche theils allda ihre Fechtschule hielten, theils ihre Gefängnisse ein-richteten, dass verschiedentlich an den Gebäuden Muthwillen verübtwurde." Ihr, in Deutschland nie zu vergessender, nationaler Zer-störungstrieb warf sich damals vor allem auf zwei Gegner ihrer freiheit-lichen Errungenschaften: die Aristokraten und die katholische Kirche. Dasie zu dessen Betätigung, vorzugsweise in den Stiftslanden am Rhein,Schlösser auszubrennen und Kirchen zu verwüsten beeifert waren, so liegtes nahe: dass sie in einer katholischen Schlosskapelle doppelten Anieiz