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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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Das Familienbild wandert nach Rüdesheim und auf den Johannisberg. 381

das Familienbild hinein. Von den Bettendorff erbten beides dieCoudenhove; sie verkauften das Haus an die Stadt Rüdesheim undschenkten das von Goethe wertgeschätzte Bild dem Staatskanzler Metter-nich, der ebenfalls, durch Anna Eleonora, Anna Sidoniens Schwester,ein weiblicher Nachkomme der Brömser war. Die Tafel wanderteauf den Johannisberg. Dort hing sie lange Jahre an untergeordneterdunkler Stelle, vergessen, beinahe verschollen. Erst der jetzige Be-sitzer hat das bedeutende Altertum wieder ans Licht und zu Ehren ge-bracht; er hat dessen Nachbildung erlaubt. Eine Restauration war nichterforderlich, denn sowohl die Eichentafel als die Malerei darauf tratenaus vieljähriger verstaubter Dunkelheit wiederum fest und frisch an denTag. Nur unten links ist ein unerheblicher schmaler Riss im Holze.Die Tafel ist 114 Centimeter hoch, 132 Centimeter breit und 3 Centi-meter stark.

Ueber die auf dem Gemälde dargestellten Personen, sowie überdie Bedeutung der Komposition kann kein Zweifel obwalten: sie er-mahnt Hartmuts und der Frau Anna nächste Nachkommen zur Gottes-furcht und Einigkeit. Jedem Familiengliede flattert sein Name im kleinenSpruchbande ums Haupt. Die lebendigen Portraitgestalten und ihreBekleidung geben dem Bilde einen bedeutenden kulturgeschichtlichenWert. Ihre allgemeine Anordnung erinnert deutlich, durch Verteilungder Figuren und der Spruchbänder, an die Tryptichon-Altaraufsätze derGothik. Die drei grossen Spruchbänder versinnlichen die Dreiteilung.Der mittlere etwas erhöhete Bogen giebt das Feld für das Oberbild.Zu unterst ist die Predella oder Altarstaffel durch sechs Pilaster infünf, mit gemaltem buntem Marmor ausgekleidete Felder geteilt. Davorlinks das herkömmliche Sockelgemälde. Im oberen Bogenfelde: die Drei-einigkeit. Gottvater sitzend, mit der dreifachen päpstlichen Krone, hältden toten Sohn auf den Knieen; darüber, im Spruchbande selbst, die Taube.

Im Mittelbilde die alte starke Dame, in schwarzem talarartigen Ge-wände ist:Anna geborn von Cronberg Hartmudts von Cronberg desEltern Hausfrau." In dem umrahmten Schilde rechts neben ihrem Kopfesteht zu lesen:

Ano doni 1549 ward mir Anna vo Cronberg disser disch vonMeinem son Hartmüden und Seiner Hausfrauen meiner Dochter Bor-bera geborn Sickingen zu einem Glückselig Neuen Jahr geschenkt."