378 Die Kronberge wieder kaiserliche Offiziere. Das Interim 1548'49.
Nachdem 1548 der Friede hergestellt war bitten den gnädigenKaiser „alle von Cronbergk: da Cronbergk Sr. Mt. Eigentum und beider Eroberung alles Geschütz fortgeschleppt worden, sonderlich viergute Schlangen nach Giessen gekommen, so möge der Kaiser vonseinem Geschütz, das noch zu Frankfurt ist, ihnen nach Gefallen einigesgeben, damit Cronbergk für den Kaiser besser verwahrt sei und sieSr. Mt. desto stattlicher dienen können."
Der loyalen Bitte wird entsprochen sein, denn wenige Jahre darauf(1552) konnte wiederum kronberger Geschütz für des Kaisers Dienstnach Frankfurt geführt werden.
Zwar hatte Hartmuts zweiter Sohn, Hartmut XIII, während desschmalkaldischen Krieges, für sich selbst den Kaiser um Aufhebungder mit dem Landgrafen geschlossenen Erböffnung gebeten gehabt;dem kaiserlichen Widerrufe aber haben die Kronberge niemals prak-tische Folge gegeben. Sie hielten mit Recht des Landgrafen Acht füreine vorübergehende und hüteten sich vor seinem geschwinden Zorn.
Hartmuts letzte Tage beunruhigte noch das bedenkliche AugsburgerInterim, vom 15. Mai 1548, mit dem „Schalk hinter ihm." SeinEifer, es in Kronberg einzuführen, war begreiflicherweise sehr lau.Noch unterm 27. Juni 1549 muss der Erzbischof Sebastian von Mainzein Mahnschreiben an die Stände seiner Erzdiözese, darunter auch andie Vettern Hartmann und Kaspar von Kronberg erlassen: „das Interimanzunehmen und seinen Bestimmungen Folge zu leisten."