Kaspar II Kronberg an Landgraf Philipp, 1537. Bachsche Erbschaft, 1538. 361
als „ein junger" findet „dass solliche puncten uns von Cronbergk, auchunser gemeynen Burgerschaft, nit wenig beschwerlich, auch widder altHerkommen, geprauch und Uebung, und insonderheit des Verstands(Einverständnisses), so gemeyne Burgerschaft mit uns von Cronbergkvon langen Zeiten her gehabt, auch von Romische Keysern und Königin,und noch itzo als unser rechten Obern und Lehenherren, herprachthatten. Bei der Gewinnung haben E. L. den Bürgern zugesichert: siebei ihren alten Freiheiten und Herkommen zu lassen." Kaspar bittet,ihm seinen Brief zu verzeihen, die Sache nochmals untersuchenund die Burgerschaft bei ihrem alten Herkomen gnedigst bleibenzu lassen.
Caspar von Cronbergk.
Im Jahre 1538 starb Jörge von Bach, der letzte seines Stamms,Mutterbruder von Anna Gattin Hartmuts XII, von Katharina Kron-bergk Wittwe Kaspars I (96 F), dann Philipps von Dalberg, jetztdrittmalig verheiratet mit Friedrich von Fleckenstein, und von Vero-nica vermählt mit Philipp von Nippenburg. Diese drei Schwester-töchter waren des Oheims Erbinnen in der grossen Herrschaft Binz-burg bei Offenburg. Die Verhandlungen unter den Schwestern, mitden verschiedenen Lehnsherren und über allerlei sonstige Ansprüchedauerten einige Jahre und führten Hartmut mehrfach auf längere Zeitnach OfFenburg.
Hartmuts XII zweiter Sohn, Hartmut XIII (103 K), damals frank-furter Amtmann zu Bonames, machte im Jahre 1539, zu Hohen-Königs-berg im Elsass, Hochzeit mit Barbara von Sickingen Franzens Enkelin,1522 zu Basel geboren, wo ihr Vater Schweikard als Flüchtling lebte.
In demselben Jahre wurde, zu Lautterburg im Elsass, eine Ehe-beredung zwischen Georg I von Kronberg (106 F) und Margarethe vonFleckenstein, Wittwe Ludwig Dalbergs, vollzogen. Dabei waren per-sönlich vereinigt: Hartmut XII, der Deutschmeister Walter, der Dom-scholaster Simon, der Bruder des Bräutigams: Kaspar II.
Lfm diese Zeit begann Hartmuts Trübsal sich ernstlicher zu lichten.Schon im Jahre 1537 hatten sich der Kurfürst Johann Friedrich undder Herzog Moritz von Sachsen, mit ihnen die dem schmalkaldenerBündnisse zugewandten wetterauer Grafen, beim Landgrafen für denhart geschlagenen Glaubensgenossen verwendet. Durch die Zeit war