IX. Friedensverhandlungen.
Hartmuts Schwester Lorichia Dalberg. 1534 bis 1541.
M Jahre 1534 versuchten der hessische Marschall Hermannvon der Malsburg und der Kanzler Feige von neuem auf derbisherigen Grundlage zu vermitteln. Diese Bemühungen ent-sprangen abermals aus des Landgrafen grosser Politik dem Kaiser gegen-über. Denn um dieselbe Zeit hatte Philipp eine persönliche Zusammen-kunft mit Franz I in Bar le duc, nachdem er Würtemberg für die anti-habsburgische Partei mit den Waffen, und zugleich durch den wiedereingesetzten Herzog Ulrich für die Sache der Reformation gewonnen.Hartmut kam scheinbar entgegen: „er würd dazu geneigt sein; siemögten aber selbst erachten, dass sollichs beim Kaiser schwer zu er-langen sei; wenn aber der Landgraf es beim Kaiser und bei den Vetterndurchsetzt, wollt er es ihm gefallen lassen." Dagegen bietet er jetzt,für sich und seine Ganerben: „Erböffnung der Burg und Stadt Kron-berg an Hessen." Der Landgraf möge dabei bedenken: dass Hartmut„nie Räch gegen ihn gesucht, sondern die Sach Gott befohlen undschon schwer gelitten hat."
Das Jahr 1535 brachte unserm Heimatlosen ein seltsames uner-freuliches Abenteuer, das seine eigne Familie und die Dalberge in be-schämende Trübsal versetzte. Am 6. September 1535 schreibt Lutheran Spalatin : „Hartmut von Kronberg ist in Wittenberg und sucht seineSchwester. Diese, eine (bis dahin) erbare Frau und Wittwe, ist voneinem Juden geehelicht und entführt worden." — Es handelte sich umWalpurga Lorichia die, etwa 1500 geboren, im Jahre 1516 an den vielälteren Wolfgang Dalberg, genannt der Schiekel (Schieler), als dessenzweite Gattin verheiratet und bereits am 18. Februar 1527 Wittwe, mitzwei Töchtern und einem Sohne, geworden war. Wolfs Bruder, Philipp