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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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304 Peter Tendels und des Kanonikus Königstein Belagerungs-Berichte.

Die nun folgenden Ereignisse vor und in Kronberg hat ein Zeugeund Mitleidender, Peter Tendel, niedergeschrieben; vermutlich einhöherer Diener Hartmuts. Sein Bericht wird ergänzt durch das gleich-zeitige Tagebuch des Kanonikus Königstein zu Frankfurt.

„Nit an süffzen," so beginnt Peter, „han ich hie bey die bele-gerunge und eroberunge kronenbergks bischrieben. Uff Sambstag nachDionysii Anno 1522 (11. Oktober) zogen die drei Fürsten, RichardBischoff zu Trier (seine Haufen standen abseits bei Neuenhain undSoden), Fudwig Pfaltzgrave und Philips Fandgrave zu Hessen, mitandern, nemlich H. Wolfgang des Pfaltzgraffen Bruder, mit Heereskraftgrosser menge volcks vor kronbergk. 160 bürgere ungeverlich, mit derpriesterschaft, gerust und ungerust sind die zyt in kronbergk gewest,als von huse zu huse gezelt. Item XX reisigen, FX landsknecht; itemXXX buren von eschborn und niederenhexstadt; ungeschickt, fule, igen-willige buren. Und lag der Fandgraff mit syme Volk by den aywenHoltz" (Eibe = Taxus) „neben und ober dem Galgen" (Bild S. 234, Hinter-grund; vom neuen Friedhofe bis hinunter in das Thälchen das der kron-berger Bach durchläuft; dann hinauf, hinter dem Schönberge entlang bisnördlich des Weges nach Oberhöchstadt), „so dasz man uss Cronen-berg in syne Fager, beum und Berge halber, nit wohl schissen kunte.Wart doch dem fürsten durch syne gezelt uf Sampstag (11. Oktober) ge-schossen und ime der synen ein deyl umbracht, als man sagt;" dennHartmut „wehrete sich tapfer mit Schiessen und anderm." „Die Pfaltz-grevischen hatten ir Fager im Geyersberg" (westlich der Strasse nachFrankfurt dem Friedhofe gegenüber, dort wo jetzt das neue Kranken-haus sich erhebt), „in des pherners (Pfarrers) wingarten (Pfaffenstück)und vor her Peters wingarten vor dem Reyne" (Rain). Das Fager zogsich nördlich hinauf bis unter dem Abhang Bellersheim, über dem jetztdie katholische Kirche steht, nahe unter die Stadtmauer und die Burg,„dass man in ihr Fager nit schissen kunnte."

Uff den genannten Tag nachmittag umb 2 Uhr deth man 3 schössen(eiserne Kugeln) in Cronenberg mit halben Schlangen, zweene widderden fryen Thorn, (wo sie heute noch stecken) und 1 widder JunkherFranken huss (östliche Ecke des nördlichen Schlossflügels, nach derOberburg zu); dethen kein Schaden, und man sagt, der Fandgraff hättesie selbst gedan. Uff Sondag (12. Oktober) schoss man nit ins schloss;