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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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Eroberung von Kronberg. Stellung des Pfalzgrafen im Südwesten.

III. Eroberung von Kronberg, Oktober 1522.

Ende Septembers hatten die dreiKriegsfürsten" zuwtff' Oberwesel einen für ihre Gegner verhängnisvollen Planfestgelegt. Sie wollten vor allem Sickingens Reihen lichten,seine Freunde und Helfer strafen, den übrigen Adel schrecken, ihn selbstvereinsamen. Die Beteiligung an Sickingens Landfriedensbruch gab, nachder kaiserlichen Verordnung von 1495, den drei Fürsten als beauftragtenVollstreckern, für ihre Selbsthülfe eine, gegen jeden Widersacher aus-dehnbare, daher für alle, als HelferundZuleger" bedrohliche Handhabe.

Zunächst wandte sich der Rachekrieg gegen Hartmut und seinKronberg.

1522 zu Ende Septembers ist . . . eine grosse rüstung gewesenvom Pfalzgrafen, Landgrafen und Bischof von Trier, so dasz viel Stättschloss und dörfer gefloht haben all ihr haab in die Stadt frankfurt;niemand hatt gewust, wo gäntzlich hin."

Hartmut ward völlig überrascht durch diese nächste und gefähr-lichste Bedrohung. Er hatte kaum Zeit, sich mit einer Handvoll Reiternach Kronberg hinein zu werfen. Von allen Ganerben fand er dortnur den Vetter Quirin (89 L). Dessen Bruder Jakob III (88 L) lebteseit 1520 als kurfürstlicher Vizedom in Mainz. Hartmuts Bruder Hammen(100 K) war seit 1519 tot, der Schwager und Vetter Kaspar I seit 1521,nachdem er noch in dem unglücklichen Feldzuge Sickingens gegen