Das „Regiment im Reiche" zu Nürnberg unter Erzherzog Ferdinand.
den Kaiser berichtete — „falls etwa Furcht vor den Sachsen seine freieEntschliessung binde, ein Priorat im trierer Sprengel an." Luther er-widerte nur: „Ist dieses Werk Menschenwerk, so wird es aus sich zer-fallen; ist es aber aus Gott, so werdet ihr es nicht können dämpfen."Die „Furcht vor den Sachsen" mag der Erzbischof wohl daraus ver-mutet haben: dass Luther im Ordenshause der Johanniter in derCämmerergasse mit dem Erbmarschall Pappenheim sowie mehreren kur-sächsischen Räten wohnte und von diesen, zu seiner persönlichen Sicher-heit, streng bewacht wurde.
Hartmut hatte seinem hochverehrten Dr. Luther beim Erzbischofemit Eifer das Wort geredet, sowie er auch gleichzeitig mit der Federin seinen, später mitzuteilenden Briefen aus Worms an Sickingen undan den Komtur Walter von Kronberg für ihn eintrat. InsbesondereHess das erstere Schreiben an Offenheit über des Erzbischofs kirch-liches Oberhaupt in Rom und über die Grundlagen seiner eigenen fürst-lichen Würde nichts vermissen. Demnach wusste Richard: war ihmin dem Kronberge ein unerbittlicher weil grundsätzlicher und begeister-ter Gegner erstanden. Darum reizte und empörte die Begründungdes Absagebriefes den Trierer aufs Aeusserste. Aus seiner harten, reinstaatsmännischen und kriegerischen Natur, die ohne jede Empfänglich-keit für die innere, höhere Seite der reformatorischen Bewegung war,traten diese Gefühle, sobald nur irgend möglich, als ein höchst ungeist-licher politischer Hass bis aufs Messer, zu Tage und in Wirksamkeit.
Der junge Kaiser Karl weilte damals im fernen Spanien. ZuNürnberg sass das hülflose „Regiment im Reiche" unter Pfalzgraf Friedrichdes Kurfürsten und Reichsvikars Ludwigs V Bruder. Etwas spätertrat des Kaisers jüngerer Bruder, Erzherzog Ferdinand an die Spitzedieser Behörde. Als Franz bereits vor Trier stand ergingen an ihnvom „Regimente" scharfe und drohende Verbote. „Seht hier des Regi-ments alte Geigen" sagte er gleichmütig, „es mangelt aber an Tänzern ;viele Verordnungen und wenig Gehorsam." Den Misserfolg der Belage-rung dankte der kriegsmännische Erzbischof Richard „im Wamms vonElendhaut" vor allem seiner persönlichen tapferen und geschickten Gegen-wehr, alsdann dem schleunigen Zuzuge seiner beiden Verbündeten: desKurfürsten Ludwig und des Landgrafen Philipp von Hessen. SickingenHess rechtzeitig von Trier ab; dann sass er, während des Winters
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