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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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282 Hessische Fehde 1518. Der junge Landgraf Philipp, geboren 1504.

Sickingen stand jetzt auf der schwindelnden Höhe seines Glücks.Der Sturz folgte schnell. Nach kurzem siegreichem Feldzuge gegen dieStadt Metz begann er noch im Jahre 1518 das für ihn, nicht minderfür Hartmut in seinem Fortgange zunächst siegreiche, in seinem Aus-gange aber schicksalwendende und verderbliche Unternehmen gegenden jungen Landgrafen Philipp von Hessen.

Um Sickingens und der Kronberge Beweggründe hiefür zu ver-stehen ist es nötig: auf den Pfälzerkrieg von 15031507 zurück zublicken. Ruprecht, der dritte Sohn des damaligen Kurfürsten Philippsdes Aufrichtigen von der Pfalz, beanspruchte für seine Gemahlin dieNachfolge in die Lande des letzten Herzogs von Baiern-Landshut. Esentspann sich ein verwüstender Krieg; am Schlüsse wurde Ruprechtmit allen seinen Anhängern geächtet. Zu diesen gehörten auch: Schwicker(Schweikard) von Sickingen, Hofmeister der Pfalz, und sein Sohn Franz.Die Acht wurde im pfälzer Gebiete durch den Landgrafen Wilhelm vonHessen, durch Würtemberg und andere Reichsstände mit wilder Grau-samkeit an Land und Leuten vollzogen. Daher stammte Franzens undder Seinigen Hass gegen die Landesfürsten, insbesondere gegen Hessen,ihr Durst nach Rache und Ersatz. Im Jahre 1518 befand sich derPfälzer mit dem Landgrafen von jenem Kriege her noch ungesühnt.In Hessen herrschte damals ein wirrer fast anarchischer Zustand. Land-graf Wilhelms Wittwe Anna von Mecklenburg haderte mit der Land-schaft wegen der vormundschaftlichen Regierung für ihren jungen SohnPhilipp, geboren am 13. November 1504. Behuf Klärung der Lagewurde dieser mit noch nicht vollendeten vierzehn Jahren vom Kaiservolljährig gesprochen; am 15. März 1518 trat er die Regierung an. Umdiese Zeit machte Sickingen seine Ersatzforderungen wiederholt geltend,zunächst schriftlich. Damit verflocht er die Ansprüche der FrauenKaspars und Hartmuts von Kronberg auf das ihrem Vater, dem Mar-schall Philipp, im Jahre 1505 gewaltsam entrissene pfälzer Lehen Wasser-biblis, um dessen Rückgabe ihre Ehemänner dringend aber vergebensin Marburg nachgesucht hatten. Es liegt ein Brief Hartmuts an GrafPhilipp Solms, vom 1. Juni 1517 vor, worin er diesem mitteilt,daszich, und flach (sein Rechtsanwalt in Frankfurt) mit mir, meyner ge-schah halp gen Marckburg zu dem (Landes-) regement zu reytte wil-lens seyen." Als Entschädigung der Kronberge forderte Sickingen da-