278 Nachlass Philipps VI. Hartmut Sickingens Rottenmeister 1515.
zu Frau Annas und ihrer Schwestern Erbschaft: das Schloss Altenbaum-berg bei Kreuznach; die Sauerburg bei Lorch; Philipp hatte sie 1507seinem durch die Pfälzerfehde in Geldnot geratenen Herrn abgekauft.Ferner: Wasserbiblis, Höfe in Ladenburg und Dossenheim; endlich:verstreute Güter und Gülten vor 23 Ortschaften ; ja noch mehr, dennder Schluss des Verzeichnisses fehlt. Von kleineren selbständigen
Reiterunternehmungen des jungen Hart-mut aus dieser Zeit ist nichts überlie-fert. Ohne Zweifel aber wäre das vonseinen unversöhnlichen geschichtsschrei-benden Gegnern nicht verabsäumt wor-den, wenn ihm irgendwelche Verletzungdes Landfriedens, irgend etwas „raub-ritterliches" zur Verdunkelung seines An-denkens hätte nachgesagt werden können.
Wohl aber zog ihn die glänzendePersönlichkeit seines, nur sieben Jah-re älteren Oheims Franziscus mächtigan. Diesem aufsteigenden Kriegskometenfolgte fortan der enthusiastische jungeReichsritter unentwegt auf seinen insGrenzenlose schweifenden, damals nochausschliesslich reichspolitischen Bahnen.Als daher Franzens Gestirn (1522) injähem Sturze erlosch, riss dieser auchden getreuen Gefolgsmann ins Verder-ben. Vor Worms erscheint, 1515, Hart-Phi'ipp VI und Frau Katharina. mut zuerst a i s Sickingens Rottenmeister
(Rittmeister). Franziskus hatte an der Grenze von Frankreich undDeutschland unter dem fahrenden Kriegsvolke werben lassen. Nacheinem, dem Grafen Philipp Solms-Münzenberg erteilten Werbebriefegegen Worms, wurden monatlich für jedes gerüstete Pferd: 11 Gulden,und dem Rottenmeister über 100 Pferde: 50 Gulden „Leibbesoldung"zugesichert. Der Werber erhielt daneben „Frassraub und Plünderung,"auch die erbeuteten Harnische, Pferde und das Lösegeld der Gefangenen.Der Feldhauptmann Sickingen vorbehielt sich „die Willkür" mit den