II. Aaclünlg.
Zum Abschnitte von den ältesten urkundlichen Nachrichten über die Familie.
Zu B. I. S. 22 am Ende.
Im Provinzial-Archive zu Magdeburg sind während des Druckes dieses Ban-des neck zwei Urkunden von großem Interesse durch die so dankenswerthen Be-mühungen des Herrn Prooinzial-Archivars von Mülverstedt der Vergessenheit ent-zogen worden.
Die erste dieser Urkunden ist aus dem Jahre 1305 (Anlage I). Sie be-zieht sich ans Güter in Groß-Drehleben, welche der Ritter Volrad v. Dreplebendem Kloster zu Alt-Haldensleben verehrte. Unter den Zeugen dieser Handlung wirdLionrnckns cks ^Vnrslsvsn genannt, und zwar als erster hinter dem Plebanusvon Drcilcben.
Wenngleich der Personennamen Warsleven genau mit der neueren Form desOrtsnamens übereinstimmt, von welchem die Familie Wartcnsleben den Namenentliehen hat, so könnte man doch Bedenken gegen die Annahme hegen, daß Ooir-rackus cks IVarsIsven zu der Familie Wartensleben gehöre, da in keiner andernbis jetzt bekannten Urkunde des 14. und 15. Jahrhunderts die Form Warslebenals Personen- oder Orts-Namen vorkommt. Eben so wenig war der VornamenLonraclus bisher in der Familie bekannt.
Die Urkunde von 1305 liegt jedoch nicht in Urschrift, sondern in einer Ab-schrift des 17. Jahrhunderts vor, und ließe sich die Vermuthung aufstellen, daßder Abschreiber die zu seiner Zeit gebräuchliche Form des Ortsnamens in die Ab-schrift aufgenommen habe.
In der zweiten Urkunde, den Kaufbrief des Domkapitels zu Magdeburg überdas Dorf Vodeleben vom Jahre 1400 (Anlage II.) enthaltend, wird unter denBürgern von Magdeburg, welche als Verkäufer auftreten, Dlriaus Vnrässlevsngenannt. Es kann ein begründetes Bedenken gegen die Identität desselben mit demim Stammbanme unter Nr. XV. aufgeführten Ulrich II. wohl kaum ans dem Um-stände entlehnt werden, daß der Anfangsbuchstabe seines Familiennamens V undnicht W. ist, und daß er ohne das Adelsprädikat in der Urkunde unter den Bür-gern von Magdeburg aufgeführt wird.
Nachrichtlich ist hier noch zu erwähnen, daß in der Mönchskirche zu Jüter-bock auf dem Raths-Chor ein dem Wartenslcbenschen ähnliches Wappen sich be-funden hatte, jedoch bei den Verwüstungen der Kirche im Freiheitskriege zerstört
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