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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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Walter von Reiffenberg f 1517. Das Schiff.

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Die Architektur ist noch spätestgotisch, die Figuren und die Formdes Wappenschildes schon im Renaissancestil. Die Inschrift lautet:

In . dem . Jar. Crist. unsersz . Herr . Gebordt. Dusent . fuffhundertund subezeste . uff. Fritach nach Simonis und Jude . D . ervest. Walter.von . Reyffenberck . der. juger . de . Got. geod .

III. Die schöne TerracottaTod der Maria;"wir lernten sie schon im Abschnitte III kennen.

IV. Auf der Nordseite, zwischen Thür undsechstem Fenster, finden wir ein besondersschön ausgeführtes, gemaltes Wappen des Flü-gelstamms aus spätgotischer Zeit. Leider istdie Legende auf dem Spruchbande darunterunwiderbringlich zerstört und erloschen.

Das Schiff ist vom Chor durch einen weitgeöffneten Triumphbogen getrennt, es ist brei-ter, 3 Stufen führen hinab. Eine Krypta da-runter ist nicht aufgedeckt. Gleich zur Rechtensteht der spätgotische Taufstein aus dem 15.

Jahrhundert, pokalförmig, an seinen acht Sei-ten gleichförmiges Fischmaasswerk. Ueber demTriumphbogen ist das jüngste Gericht darge-stellt; auf den beiden Längsseiten sind die(restaurirten) Kolossalfiguren der zwölf Apos-tel unter der Tünche wieder erschienen. DasSchiff hat eine tonnenförmige Decke mit Bretter-verschaalung. Diese zeigt, auf blauem Grunde,mit Leinfarben gemalte profilirte cartoucheartige Felder. In ihrenZwischenräumen fliegen musizirende Engel umher; andere spielenmit den Marterwerkzeugen Christi und mit Teilen des kronbergerWappens. Diese heitere Darstellung im italienischen Stile ist inDeutschland sehr selten; soviel bekannt, ist eine gleichartige nurnoch in der Kirche zu Wimpfen im Thal und im frankfurter Römererhalten.

Laut Stadtrechnung wurde dort bei der Krönung des KaisersMathias (1612) die gewölbte, leicht mit Holz getäfelte Decke erneuertund mit Krodischkenwerk (Grotesken?) verziert.

Walter von Reiffenberg.