Dritte Ummauerung, vor 1461. Brustwehren, Zinnen, Scharten. 251
grenzung. Sein Name, mit der Jahreszahl 1571, steht über beiden Aus-gängen. Ihm gegenüber, also oberhalb des jetzigen Schützenhofes, lagdie grosse Hofstatt des Flügelstamms: Westerburg. Ihr Name dürftesich vielleicht an die erste Hausfrau Philipps III(63 F), die edle Anastasia von Westerburg knüpfen.Das Thor selbst, von den beiden herrschaftlichenHöfen rechts und links eingeschlossen, war, nach denGrundmauern zu schliessen, in seiner letzten Gestaltein Doppelthor; dazwischen ein kleiner Barbekan.
Die „dritte Ummauerung" knüpfte ebenfalls andie Judenpforte an, zog in der blauen gebrochenenLinie westlich zur Thalpforte, von dort in scharfemBogen nach Norden zur ältesten Stadtmauer bei a 14 .Die Anlage muss im Jahre 1461 wehrbar gewesensein, da sonst die Haubornpforte nicht hätte beseitigt werden können.
Diese drei Stadtmauern und die in ihnen stehenden Türme sind,ausser denen nördlich der Burg, nach 1704 allmälig verfallen und nieder-gelegt; die Gräben sind den Bürgern zu Gemüsegärten ausgewiesen. Nurdort können wir noch Bruchstücke er-kennen, wo diese als Stützmauern dienen(Eichenthor, S. 250 rechts vorn) oderwo ein alter Turm unter einem neuenWohngebäude hervortritt. Deshalb istauch keine Spur der Brustwehren, Zin-nen, Scharten, Wimperge und Wehr-gänge erhalten. Für letztere haben wirjedoch gleichzeitige benachbarte Muster-stücke (aus Butzbach in der Wetterau), diehier zur Veranschaulichung eingeschaltetsind. Die Brustmauer des Wehrgangeswar meistens 2 Meter hoch und 0,60 Me-ter stark. In der Mitte der Windberge be-fand sich ein lothrechter, nach aussen er- Wehrgang in Butzbach,weiterter Schlitz, eine Scharte zum Hinausschiessen. Auf dem Zinnen-gange war meistens eine Verbreiterung nötig für den ungehindertenVerkehr der Verteidiger. Hiefür wurden an der Innenseite starke Stein-
Wehrgang.