226 Die Mittelburg. Jagdhirsche. Rodehof. Helle. Judentempel.
„dat grote Hus," angefügt an den westlichen Turm b; daneben Küche gund Backhaus g 1 . Diese gemeinsame Baufläche wurde gleichzeitig, alsMittelburg, durch die Mauer tz—tz abgeschlossen. Aus ihr führte einunteres Thor bei h in die Unterburg und eine obere Pforte, etwa bei q,zur Oberburg. Von Norden gelangte man durch ein Notpförtchen g 1in den Zwinger; ausserhalb seiner Mauer führte hier eine Laufbrücke,die „Eppichbrücke," über den trockenen äusseren Graben. In späterenZeiten hiess der nördliche und östliche Zwinger: Hirschgraben. Dort wur-den jung eingefangene und gezähmte Hirsche gehalten, deren spätere Auf-gabe das Anlocken von Hochwild war. Das häusliche und landwirtschaft-liche Bedürfnis hatteunterhalb der südlichenRingmauer zwei Ne-benhöfe geschaffen:
1. den Rodehof, derseinen Namen von ei-nem uralten, in den Felsgerodeten, im Kellerheute noch vorhande-nen Brunnen ableitet;er war von Johann II (50F) um 1350 gegründet.
2. Die Helle. Sie warein stattliches Anwesen
wie noch heute ersichtlich, ihre Entstehung folgende: „Ein vor-nehm Stück an dem Hause: die Helle, ist vor Zeiten der Kalltenfells(Kalkfels) genannt gewesen. Dieses und die ehemalige Judenschulebilden jetzt die Helle." Philipp III (63 F) hatte 1436 das dort stehendeKelterhaus gekauft, Ulrich I schon vor 1367 das Judenhaus (denTempel an der Juden- jetzt Eichengasse). Der Name: „Helle" hat, inVerbindung mit „Tempel" zu allerlei sonderbaren Deutungen Anreizgegeben. Helle ist die altdeutsche Form für „Halde;" sie bedeutetedamals: einen steil in's Thal, namentlich in ein Wasserthal abfallendenHang also eine „Hohle" im Gelände. Der Abraum vom Kaltenfels, wovermutlich ein Kalknest erschlossen war, ebenso der Ausraum aus denBaugruben auf der Burg wurden ins Thal hinabgeworfen; sie verlängerten