Messfreuden und Spielhäuser in Frankfurt.
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1440 gedruckte Bücher und, vor allem: bar Geld. Aber es handeltesich nicht allein um das Warengeschäft. Die auswärtigen Neugierigenverzehrten auf der Messe viele blanke Gulden. Sie staunten dabei aller-lei Wunderdinge an: Fechtmeister, Wundärzte, Seiltänzer, Puppenspieler;wie auch heute noch die sogenannten gebildeten Leute auf den Jahr-märkten sich an ähnlichem unsaubern Trödel ergötzen. Im Jahre 1443sah man dort einen lebendigen Elephanten; 1450 sogar einen Strauss.Während dieser Erntezeit waren alle Verbote: gegen offene Wirtschaftennach Mitternacht, gegen Waffentragen und Strassenlärm, ausser Kraft ge-setzt. Selbst die in der Reichsacht waren sicher; ihr Geld duftete alsdannkeineswegs übel. Das Messopfer durfte in Gegenwart von Exkommunizirtengefeiert werden; in den Fasten durften die Fremden: Eier, Butter, Käse,sogar Fleisch essen. Beutelschneider, und zwar ihre schlimmste Gattung:die Spielhalter, waren willkommen. Im frühreichen Frankfurt fehlte esihnen nicht an einfältigen Kunden. Der Rath verkaufte selbst die Würfel(damit sie richtig fielen); in einer einzigen Messe oft gegen 8000 Stück.Die Erlaubnis: Bank zu halten, wurde an Unternehmer verpachtet. DasSpielhaus Heissenstein trug der Stadt messentlich 400 Goldgulden.Später war die heisseste Spielhölle „zum Schwanen" in der Neustadt.
Zeitweilig wurden, im Jahre 1432, diese Häuser geschlossen. Da-mals erging sogar ein allgemeines Spielverbot, aus Furcht vor der heid-nischen Gottesgeissel: Hussiten. -- Wir sehen: „Fremdenindustrie" warvon jeher beliebt und lohnend am Rhein und seinen Nebenflüssen.
Geschlechtertanz in Frankfurt a. M.