Tannenberg erstürmt und gesprengt; 21. Juli 1399.
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Aus den Steinbüchsen konnte man mit weitreichendem Horizontal-schusse Bresche legen, wozu die alten im Bogen fliegenden Gewerfeselten tauglich waren. Indessen erforderten diese unbeweglich fest-liegenden Geschützrohre ein annähernd gleich hohes und für einen um-fänglichen Wagentross zugängliches Angriffsgelände. Auf Räder wurdensie erst durch Kaiser Max I gesetzt. Die Umständlichkeit des Ladenserlaubte täglich nur einige wenige Schüsse. Neben den Steinkugelnwarf man auch lange steinerne Bolzen, die mit Eisen beschlagen waren.
Nun begann das ernstliche Feuern. Am Montage 14. Juli hattenbereits die erfahrenen Büchsenmeister von Frankfurt eine Bresche imTurme erzielt. „Die Busse that einen schoss, daz der Stein in demthurm blieb stecken; der ander, daz ein groz loch in den thurm geht."Am nächsten Montage, 21. Juli, wurde die Burg gestürmt. Hartmutund sein Haufe hatten schon 8 Mann eingebüsst. Sie wehrten sichwürdig der alten kronberger Art; aber die Uebermacht gewann.Gefangen wurden noch 48 Kämpfer; unter ihnen waren nur 5 unver-wundet. Von kronberger Knechten waren 5 geblieben, für die 15übrigen leistete Johann III Urphede. Der böse Hartmut durfte sichgetrösten: „Viel Feind viel Ehr."
Die Sieger zerstörten, der Verabredung gemäss, das Raubnest vonGrund aus. Der mächtige Bergfried wurde „ausgebrannt." Die Zwischen-böden und die oberste Plattform schlug man durch, um Luftzug her-zustellen. Zugleich wurden alle seitlichen Oeffnungen verstopft; derinnere Raum ward mit brennbarem Zeuge: Reisig und Pech ausgefülltund dieses vom untern Eingange her angezündet. Durch die grosseHitze dehnte sich die Luft im Turme plötzlich sehr stark aus; sie fandkeinen raschen Seitenausgang, sprengte die Mauern und warf das Bau-werk in wenigen massigen Stücken um. Vielleicht half auch Schiess-pulver nach. Der Brunnen wurde verschüttet; dadurch bewahrte er bisin unser Jahrhundert eine Reihe wertvoller kulturgeschichtlicher Be-weisstücke; unter anderen die ältesten glasurten und nischenförmig gestal-teten Ofenkacheln, und seltene silberne Bracteaten die ein Kreuz trugen:Kreuzheller, Kreuzer. Die fachwerkenen Wohnhäuser brannten nieder,mit ihnen die gehoffte Beute. Nur die geweihete Burgkapelle blieb stehen.
Von jenem Tage an lag Tannenberg in Schutt und Trümmern,bis heute. Die friedfertigen Ganerben hatten das Nachsehen. Aber
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