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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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144 Familienfehde 1396. Hartmut IX im Raubneste Tannenberg, 1399.

In demselben Jahre muss eine Familienfehde unter den Stämmendes Hauses Kronberg sich abgespielt haben. Denn damals verglichensich Diedrich Herr zu Runkel, Walters VIII Schwager, und Frank VIII(52 F) von Cronenberg einerseits, mit Johann III (56 K) und seinenHelfern andrerseits, dahin : Johann soll während gewisser Zeit seinenSöhnen, Henne (Johann IV, 70 K) und Hartmud dem jungen (IX, 73 K)nicht gestatten : die Gegenpartei aus den väterlichen Schlössern zu be-fehden. Bei Ausbruch eines Krieges während dieser Zeit, wobei dieFürsten (Lehnsherren) nichtHobetlude" wären (wo also die Ritter sichauf eigene Rechnung schlugen), soll Johann III jene beiden Vertrag-schliessenden nicht schädigen ;es were denn daz sie (die Fürsten) indem felde sich ruffende oder stridende wurden, so mag jecglicher bysine hobetmanen oder by siner banir blieben, und soll das den ver-bünd nit krenken."

Um Hartmut IX sammelte sich auf dem Tannenberge ein Haufegleichgestimmter ritterlicher Mannen nebst kriegserfahrenen Knechten.Bald konnte kein Kaufmann mehr ungeschädigt die Bergstrasse entlangziehen. Man schleppte sogar dieSchatzungsmässigen" (Vermögenden)auf das Felsennest, zur Erpressung einer reichlichen Lösung. Aller-dings waren mehrere Ganerben mit diesem Misbrauche der Burg nichteinverstanden; nach bestehendem Rechte jedoch konnten sie nur ihreMannen herausziehen und sich unbeteiligt verhalten. So hatte Erbachfür seinen grossen Anteil nur noch vier Knechte oben, Hartmut dagegenihrer zwanzig.

Zu Anfang des Jahres 1399 zählte die Besatzung 56 Mann, daruntereinen Bäcker, Zimmermann und Thorwart. Der bösartige Unfug gingweiter. Endlich riss aller Welt die Geduld. Am 11. April 1399 tratenzu Boppard der Erzbischof Johann II von Mainz und sein Freund derPfalzgraf Ruprecht zusammen:Wir thun kund, dass wir wegen dersonderlichen Räubereien, Unthaten und grossen Beschädigungen, diean unser beider Landen, Leuten und Unterthanen, und auch ander-wärts auf des Reiches Strassen in mancherlei Weise von SchlossTannenberg lange Zeit geschehen sind und täglich geschehen, uns widerdies Schloss verbunden haben. . . . Und wenn wir Tannenberg ge-nommen, sollen wir es unverzüglich brechen und zerstören; und sollenwir beide, oder unsere Nachkommen, auf der Stätte oder dem Berg