Druckschrift 
Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
Seite
135
Einzelbild herunterladen
 

Modernes Kampfbild. Waffenstillstand zu Heidelberg, 2. Juni 1389.

135

Sammt andere Feinden und Hilfer mehr.

Zogen also fort mit ihrem Heer.

Etlich Hoff und Dorffe sie da verbrannten

Die Bäume bald für Muthwill schalten.

Als die von Cronberg das vernahmen

Sie sich darauf nich lang besannen

Und boten bald dem Feind die Spitz.

Doch geriets nicht wohl in erster Hitz,

Denn die von Frankfurt gar stark waren

Und wollten mit Sieg wieder heimfahren.

So kommt des Pfalzgrafen Horst zu Hand,

Der zu Oppenheim war, zugerannt;

Wohl mit anderthalbhundert Gleen

Auch Heerhörner und ein gross Gethön.

Schlugen sämmtlich in die Frankfurter frey

Schlugen's in die Flucht mit grossem Geschrei

Wie wohl der Frankfurter doch mehr war

Denn der Cronberger Schaar.

Der Zeit blieb dahz (daselbst) bald und schwind

Manch Frankfurter Mutter libes Kind.

Sechshundert wurden gefangen,

Zu Cronberg geführt zu Händen.

Also der Frankfurter beste Macht

Herniederlag in dieser Schlacht.

Also schlug," sagt die limburger Chronik,der kleine Hauff dengrossen Hauff nieder. Das war nicht Wunder, Dann der grosse Hauffeflöhe und der kleine stritte. O Frankfurt! Frankfurt! gedenke dieserSchlacht!"

Neben die Schilderei aus der ältesten frankfurter Malerschulestellen wir die Darstellung eines Meisters der modernen kronbergerZunft, des Professors Norbert Schrödl:Kampf Hartmuts VIII von Kron-berg und Johanns d. j. von Holzhausen um die abfahrende frankfurtergrosse Büsse."

Im Stadtarchive zu Frankfurt ist ein Verzeichnis über 612 Ge-fangene aufbewahrt, die später auf Stadtkosten ausgelöst wurden. Davonsassen in Kronberg: 218; die übrigen in Hanau, Babenhausen und ananderen Plätzen.

Bei den Frankfurtern war das Kriegsfeuer damit einstweilen aus-gebrannt. Die Zünfte zogen wohl vor:bei ihrem Leisten zu bleiben."Zunächst wurde, am 2. Juni 1389, zu Heidelberg eine Sühne (Waffen-