Der Teppich und das alte Schlachtbild auf Burg Kronberg. 133
wörtlich wiedergegeben, so wurde der Teppich jedenfalls zu einer Zeithergestellt als die Ueberlieferung des Jahrestages nicht mehr lebendigwar. Später, jedenfalls nach 1500, als der Aufsatz des Freiturms aufder Burg bereits stand, Hessen die Kronberge ein Oelbild auf Leinwandanfertigen, das noch heute zum Inventare der Burg gehört. Eine etwasveränderte Wiederholung auf Leinwand (oder auch das Original) be-findet sich im historischen Museum der Stadt Frankfurt. Das Bild,nahezu 2 Meter breit und 1,30 Meter hoch, ist in eine obere und un-tere Hälfte geteilt; die obere stellt die Schlacht im freien Felde vor.Ganz oben rechts die Andeutung einer Ansicht von Frankfurt. DerKampfplatz ist ein Abhang vor dem Taunus: links ein unbestimmtes Dorfmit Kirche. In der Mitte der Streiter flattert über dem Schultheissendas Reichspanier, in Rot der (im 14. Jahrhundert noch nicht) zwei-köpfige Adler mit einem langen Wimpel, darin Legende: geschehenAno 1389. Hinter diesem Panier eilen die Flüchtenden gen Frankfurt.Die Söldner sind in die Stadtfarben gekleidet: weiss und rot, senkrechtgeteilt. Sie führen drei Banner mit dem Reichsadler. Dann folgen dieFahnen der Zünfte, weiss und rot; darauf die Zunftzeichen der Sporer,Schlosser und Schuster. Eine Schaar Reiter jagt von links den Flücht-lingen nach. Im Vordergrunde bewegen sich 22 geharnischte Ritterzu Pferde, die Helme mit Federn geschmückt, was der Kriegsrüstungdes 14. Jahrhunderts keineswegs entspricht; denn derzeit trug man imKampfe meistens den breitkrämpigen Eisenhut mit Augenlöchern. Aufden Schilden führen sie das Wappen der Kronberge. Soviel waffen-fähige Männer hatte damals das Geschlecht nicht zu stellen; wir kennenals wahrscheinliche Kampfgenossen nur: Walter VIII (53 F), Frank VIII(52 F) und Philipps II (54 F) vom Flügelstamme; Johann III (56 K) und seinedrei Söhne: Hartmut VIII (59 K), Johann IV (70 K) und Hartmut IX (73 K)vom Kronenstamme. Ohne Zweifel nahm auch der unartige Wilhelmneben seinem Freunde Eckard Elkerhausen an dem Ernstspiele Teil.
Den Kronbergen folgt eine grosse Schaar Krieger mit 3 Bannern:Kronberg, Pfalz, Hanau. In der Mitte Kampfgewühl. Die frankfurterReiter zeigen keine Wappen. Die Ritter und Knechte von Kronberg tragendas ihrige auf den meistens roten Wämmsern. Vorn eilt ein Wagenmit der Zunftfahne der Schreiner, dem Hobel, zur Stadt; davor vierSchimmel, darauf Tote und Verwundete. Hinten liegt ein niederge-