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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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Kirchliche Laufbahn vornehmer junger Herren.

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für 20 Gulden kaufen. Im Jahre 1550 war die Kapelle gänzlich ver-fallen; der Altar war in die Stadtkirche übertragen.

Heute liegt im kronberger Wald Ruders, etwa zwei Kilometerwestlich von Kronberg, unter hohen Tannen ein altes Gemäuer, dessenGrundplan sich als der einer Kapelle darstellt deren Chor nach Ostenliegt; 13 Meter lang und 9 Meter breit. Durch einen Waldpfad ist sievon einem anderen, ebenso breiten aber nur 5 Meter tiefen, westlichdavon liegenden Baureste getrennt: der Wohnung des Einsiedlers. EinStreifen Landes westwärts, jetzt mit Eschen bestanden, war ehemalsGarten und gegen das Wild mit einer Trockenmauer umgeben. Unfernder Kapelle rann ein klares Wässerlein abwärts; jetzt ist es durch dieWasserleitung abgefangen.

Im Jahre 1343 schuldete der Erzbischof Heinrich III von Mainzdem frankfurter Bürger Konrad von Leonstein, [damals ein grossesBankgeschäft] seinem Wirte: 1085 Pfund Heller für Wein, Weizen,Korn (Roggen) und Hafer. Unter den Bürgen für die Zahlung istWalter VII von Cronenberg.

Heinrich von Virneburg (edles Geschlecht im Kreise Adenau,Rheinprovinz) bewährte sich als Ludwigs des Baiern zuverlässiger Freundin dessen Kämpfen mit dem Papste Johann XXII. Im Jahre 1338 warer als solcher auf dem Reichstage zu Frankfurt thätig, wo Ludwig vorden Kurfürsten seine Sache mündlich siegreich führte. Der Tag inFrankfurt hatte fünf Monate gedauert, daher die hohen Zehrungskosten.

Erzbischof Heinrich liefert ein gutes Beispiel dafür: wie damalsvornehme junge Herren die grosse Laufbahn in der Kirche machten.Er war, noch nicht Priester, im Jahre 1328 Propst in Bonn. Am 11. Ok-tober verlieh ihm der Papst Johann XXII die Provision des mainzerErzbistums, am 15. Oktober die Administration der Diözese im geist-lichen und weltlichen. Damals erst Diakon, durfte er sich nach-träglich von jedem katholischen Bischof die priesterlichen und vonihrer vier die bischöflichen Weihen erteilen lassen. Gleichzeitig warsein Oheim: Erzbischof von Köln, sein Bruder: Propst von Xanten.Uebrigens erwies sich Heinrich später wie wir noch vernehmenwerden in den langen Kämpfen mit seinem ausgezeichneten Gegner,dem luxemburger Erzbischofe Balduin von Trier als ein Staatsmann vonFähigkeit und Thatkraft.