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Stammbäume. Wirkung der sechzehn Ahnen.
Sie war nur ein Schutzzoll rings um die Stifter Orden DomkapitelTurniere und Ganerbschaften gegen das Eindringen des neuen Brief-adels. Die Klausel hiess: „zu den Wappen geboren, unvermengt miteiniger Bürgerschaft." Der Schwanenorden (1443) verlangte 4 Ahnen,ebenso der Deutsche Orden. Nach Bedürfnis wurde diese Zahl erhöht:auf 8 und als Prohibitivzoll auf die fast berüchtigten 16 Ahnen. Erasmusspottete: „der Herr Christus hätte, ohne Dispens, in Strasburg (wo 32verlangt wurden) nicht Domherr werden können." So kamen denn end-lich die stiftsmässigen katholischen Geschlechter im vorigen Jahrhundertdahin: sich bei Verheiratungen vorsorglich auch nach den Ahnendes zu erwählenden Fräuleins erkundigen zu müssen. Und Hartradvon Hattstein schliesst die „Vorred" seiner „Hoheit des deutschenReichsadels," einer Sammlung von Stammtafeln zum Gebrauche beiAufschwörung von Stammbäumen, mit der ernsten Mahnung an alle soes anging: „Glückselig diejenige, so ihre Ahnen in dem Stand haben,dass solche auff allen Stiftern etc. passiren können, welches ein sehrhochschätzbares und edles Kleinod ist, worüber höchstens zu halten undnicht, (wie öfters geschieht) umb ein geringes Absehen verschertzt wird,da die Nachkommende 100 und mehr Jahr daran zu verdauen haben.Derohalben ist kein Cavalier zu verdenken, bevor sich derselbe in eineEheverlöbniss einlasst, sich wohl umb die Ahnen zu erkundigen, undnicht wie die Fliegen in den heissen Brey hinein blumbt, und die Reuehernach zu spath bekombt."
Diese Absperrung gegen das frische Blut aus anderen Ständendurch die Ahnenprobe war der Hauptgrund des Verfalls des deutschenAdels, namentlich des massenhaften Aussterbens der stiftsmässigenFamilien, der „Sechzehnahnenkinder."