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Alamannen und Franken am Main. 350 bis 500.
reiche Ortsnamen der Maingegend sollen auf vorrömischen Ursprunghinweisen; so besonders diejenigen Dörfer und Städte, die in ihrenBenennungen die Wörter und Wurzeln „Au" und „Asck" führen undan Flussmündungen, erhöheten Ufern, in angenehmen und warmenThälern liegen. Dahin gehören: Eschau, Aschaffenburg, Eschborn.
Der römischen Herrschaft traten, vom dritten Jahrhundert an, zweigrosse germanische Völkerbünde angreifend entgegen: die Alamannen(allerhand Mannen) im mittleren Germanien; am Niederrhein, bis östlichzur Weser und fränkischen Saale, verschiedene Völkerschaften unterdem Sammelnamen der „freien Leute" der Franken. Um die Mitte desvierten Jahrhunderts hatten die Römer beide Ufer des Mains, bald auchdas rechte Ufer des Mittelrheins geräumt. Dort wohnten zunächst dieAlamannen, neben und über dem alten Kolonistenbestande, den Mattiakern,in Dörfern die auf Trümmern römischer Niederlassungen gegründet,deren Wohnstätten sorgfältig nach römischer Art und mit vorgefundenemrömischen Materiale gebaut waren. Für die eingewanderten Siegerackerten wiederum die älteren Kolonistenschichten das Land ; Getreide,Wein und Vieh wurden reichlich erzeugt. Die verjagten Römer abernannten ihren ehemaligen Decumatenacker jetzt: Alamannia; zugleichauch: Barbaria.
Nachdem der gemeinsame Feind bezwungen war da kehrten, ver-möge alter leidiger germanischer Unsitte, die Alamannen und Frankenihre Waffen gegen einander. Es galt einen Kampf um Herrschaft undKnechtschaft. Die Alamannen unterlagen. Von der Lahn wurden sieüber den Main bis hinter den Neckar und den Forst von Hagenauzurückgedrängt. Chlodovechs Sieg in der sagenhaften Schlacht beiTolbiacum (496?) sicherte den Franken auf immer die Herrschaft amMain. Das Gebiet entlang den beiden Flussufern gehörte nun zurfränkischen Monarchie als: Rheinisches Franzien oder: Ostfranken.Jedoch wurden abermals die Unterworfenen nicht ganz und gar nachdem Süden vertrieben. Die sesshafte stark verdünnte Bevölkerung,aus Niederschlägen der Markmannen, Römer, Mattiaker zusammenge-schmolzen, behielt ihr Recht und auch einen Teil ihres Grundbesitzes.Ueber sie hin führten die Merowinger eine umfassende fränkische Be-siedelung herein, deren vornehmlichste Elemente wohl die nördlich be-nachbarten Chatten bildeten. Ueberall finden wir nach und nach frän-