II. Die Entwicltelung des Vermessungs- und Meliorationswesens u.s.w. 31
ihre Fehler zu schätzen, und die Folgen derselben zu berechnen.Man sucht vergebens nach allerley Hülfsmitteln, sich inschwürigen Fällen zu helfen, und eine schickliche Wahl deräusseren Umstände zu treffen, unter denen sich Feldmesser-arbeiten am leichtesten und zuverlässigsten bewerkstelligenlassen. Dass aber diess und melireres einem Feldmesserunentbehrlich ist, zumal, wenn er Messungen von Wichtigkeitanzustellen hat, bedarf keiner weit-läuftigen Erörterung.«
Im § 12 und § 13 des 1. Theils seines Werkes führt er als dienotliwendigsten Kenntnisse eines Feldmessers an: »Eine vollständigeKenntniss der theoretischen Elementargeometrie, die Kenntniss trigono-metrischer Rechnungen, die ersten Gründe von der Algebra und dievornehmsten Kenntnisse der Naturlehre« und sagt dann weiter:
»Sodann muss der Feldmesser genau die Natur und Ein-richtung der Werkzeuge kennen, mit denen er Messungenanstellt: Er muss ihre Fehler zu beurtheilen und zu prüfenwissen, er muss aus der Natur eines Instruments mit einigerWahrscheinlichkeit zu beurtheilen wissen, wie genau er miteinem gegebenen Werkzeuge messen könne und ob die un-vermeidlichen Fehler in den gemessenen Stücken auf dieBestimmung der unbekannten einen beträchtlichen Einflusshaben, oder nicht.«
»Mit einem Worte, er muss den Grad der Zuverlässigkeiteiner Vermessung, wenn es verlangt wird, anzugeben wissen.«
»Ferner muss der Feldmesser, um seine Arbeiten miteinem möglichst geringen Arbeitsaufwand fertig zu stellen,die nothwendig zu messenden Stücke richtig und so auswählen,dass sie nicht nur am bequemsten gemessen werden können,sondern dass von ihnen auch die geringsten Fehler in Absichtauf die Folge zu befürchten sind. Auch verstehet es sichvon selbst, dass der Geometer immer dasjenige Werkzeugauszuwählen wisse, welches den damit vorzunehmenden Arbeitenam angemessensten ist. Auch muss er sich bey jeder Ver-messung allemal nach dem Grade ihrer Wichtigkeit verhalten,er muss zu beurtheilen wissen, in welchen Fällen es derMühe werth sey, mehr oder weniger Genauigkeit zu beobachten,und wie ferne er dadurch unnöthige Mühe und Arbeit er-sparen könne.«
»Es müssen nicht mehrere Stücke unmittelbar ausgemessenwerden, als zur Bestimmung der unbekannten unmittelbar noth-wendig sind. Indessen pflegt man doch unterweilen, ein odermehrere Stücke auszumessen, die an sich überflüssig sind; aber