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Festschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens der Königlich Preussischen Landwirthschaftlichen Akademie Poppelsdorf
Entstehung
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I. Geschichtliche Entwickelung.

1. Vorgeschichte und Periode von 1847-1872.

Ourcli Cabinetsordre vom 26.Maii8i8 hatte König Friedrich Wil-helm III. die Errichtung einer Universität in Bonn angeordnet. Erüberwies derselben ausser dem ehemaligen kurfürstlichen Schloss in derStadt Bonn auch noch das Schloss Clemensruhe in Poppelsdorf, zu wel-chem eine Schweizerei mit einigen Grundstücken gehörte. Unter dem19. Februar 1819 überreichte der Professor Nees von Esenbeck dem da-maligen Oberpräsidenten der Rheinprovinz und Regierungs - Bevollmäch-tigten für die Universität, Grafen zu Solms-Laubach, eine Denkschriftüber »Die praktische Darstellung der Naturwissenschaften an der Rheini-schen Universität«, worin er die Errichtung von wissenschaftlichen Insti-tuten für Bergbau sowie für Land- und Forstwissenschaft empfahl. Erwies als Unterrichtsmittel für die Landwirthscliaft auf die zu der Schwei-zerei gehörenden Grundstücke sowie auf die noch unverkauften, 50-60Morgen umfassenden Ländereien des im angrenzenden Dorf Ende 11 ichgelegenen Frohnhofes hin. Der Oberpräsident wie der Minister vonAltenstein gingen auf diesen Vorschlag ein, und letzterer ordnete schonunter dem 2. Juli 1819 die Errichtung eines landwirtschaft-lichen Instituts an der Universität Bonn an. In dem nämlichenJahre noch wurde der damals an der Universität Jena als ordentlicher Pro-fessor der Landwirthscliaft und Cameralwissenschaften angestellte KarlChristoph Gottlieb Sturm in gleicher Eigenschaft nach Bonn berufen 1 .

1 Sturm wurde geboren im Jahre 1781 zu Hohenleuben im Voigtlande, studirtevon 1798 ab in Jena Cameralwissenschaften, besuchte 1800 die Bauakademie in Berlin,machte dann Reisen, habilitirte sich 1805 als Privatdocent in Jena, wurde dort 1807ausserordentlicher, 1809 ordentlicher Professor für Cameralwissenschaften. In denSommersemestern verweilte er mit seinen Schülern auf dem bei Weimar gelegenen Gross-herzoglich Sächsischen Kammergut Tiefurt, dessen Bewirtschaftung ihm der Gross-herzog Karl August zur praktischen Ausbildung von jungen Lnndwirthen übergebenhatte. Sein hervorragendster Schüler in Jena und Tiefurt war Friedrich GottlobSchulze, der auch sein Nachfolger in der Jenaer Professur wurde und der auf die Ent-wickelung des höheren landwirtschaftlichen Unterrichtswesens einen maassgebenden Ein-fluss ausgeübt hat. Hierüber wird noch im III. Abschnitt dieser Schrift zu handeln sein.

Festschrift. 1