VORWORT.
ie landwirtschaftliche Akademie Poppelsdorf blickt in diesemSommersemester auf fünfzig Jalire ihres Bestehens undWirkens zurück. Als kleine zarte Pflanze hat sie ihr Leben be-gonnen und ist im Laufe der Jahre zu einem mächtigen Baumeemporgewachsen, dessen Früchte schon Tausenden von strebsamenwissbegierigen Jünglingen willkommene geistige Nahrung gespendethaben. Ebenbürtig steht die Akademie Poppelsdorf neben ihrenSchwesteranstalten im Deutschen Reiche, mit denen sie durch dasStreben nach dem gleichen hohen Ziele sich verbunden weiss. Wiejede von diesen, so ist auch sie ihre eigenen Wege gegangen undhat in besonderer Weise ihre Aufgabe zu lösen gesucht. Ob undin welchem Maasse ihr solches gelungen, mögen Andere beurtheilen.Wissenswerth und lehrreich bleibt es aber für Alle, die ein Inter-esse an dem höheren landwirtschaftlichen Unterricht nehmen, auszuverlässiger Quelle zu erfahren, welchen Entwicklungsgang unsereAkademie genommen hat, wie ihre Organisation von Anfang ge-wesen ist und wie dieselbe, den zeitlich wechselnden Umständenund Bedürfnissen entsprechend, sich allmählich ausgestaltet hat. Einmöglichst objectives und anschauliches, dabei, soweit es der Zweckeiner Festschrift zuliess, auch vollständiges Bild dieser Entwicke-lung darzubieten, haben sich die folgenden Blätter zum Ziele gesetzt.
Bei den mannigfaltigen Aufgaben, die der Akademie Poppels-dorf zu lösen obliegen, schien es deren Lehrer-Coliegium ange-messen, die Abfassung der Festschrift verschiedenen Kräften anzu-vertrauen. Demgemäss bringt der erste Abschnitt ein von demDirector entworfenes gedrängtes Bild von der geschichtlichenEntwickelung der Anstalt im Ganzen. Der zweite Abschnittschildert speciell den eulturtechnischen und geodätischenUnterricht an der Akademie und giebt gleichzeitig eine Dar-