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Festschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens der Königlich Preussischen Landwirthschaftlichen Akademie Poppelsdorf
Entstehung
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Festschrift-

Unter Hartstein (i 856— 1 869) bewegte sich die Frequenz der Aka-demie zwischen 50 und 90 studirenden Landwirthen und betrug durch-schnittlich pro Semester 70—80.

In den ersten 25 Jahren hat die Akademie sowohl in ihrer äusse-ren Ausstattung wie in ihrer inneren Einrichtung manche Wan-delungen durchlebt und grosse Fortschritte gemacht.

1851 wurde ein besonderes, zugleich die Wohnung des Directorsenthaltendes Institutsgebäude 1 errichtet, während bis dahin der Hör-saal und die anderen, zu Lehrzwecken dienenden Räume in den Wirth-schaftsgebäuden sich befunden hatten.

Mit dem Beginn des Jahres 1861 wurde der landwirtlischaftliclienLehranstalt von dem Ressortminister die Bezeichnung »Landwirth-schaftliche Akademie« beigelegt.

Das Curatorium der Lehranstalt, dessen Vorsitz zuletzt der da-malige Oberpräsident der Rheinprovinz , von Kleist-Retzow, inne hatte,wurde 1858 aufgelöst, und das Institut direct dem Ministerium fürlandwirtschaftliche Angelegenheiten unterstellt.

Die Übernahme des Directorats durch Hartstein fiel gerade indie Periode, in welcher, unter Führung von Liebig, die Naturwissen-schaft besonders mächtig und erfolgreich auf die landwirtschaftlicheTheorie wie Praxis einzuwirken begann. Die weitaus wichtigste Auf-gabe der landwirtschaftlichen Hochschulen bestand damals darin, dieneuen Entdeckungen auf dem Gebiete der Chemie und Physiologie sichzu eigen, durch Vorlesungen und praktische Übungen die Studirendendamit bekannt zu machen, dieselben auch durch eigene Versuche undForschungen zu erweitern und bezüglich ihrer Anwendbarkeit auf dielandwirtschaftliche Praxis zu prüfen. Um diesen Zwecken zu genügen,reichten aber die ursprünglichen Lehrmittel und Lehrkräfte der Akademiebei Weitem nicht aus. Auf ihre Erweiterung und Vervollständigungmusste Bedacht genommen werden und dies ist gerade unter Hartstein,der seitens des landwirtschaftlichen Ministers in bereitwilligster WeiseUnterstützung fand, in ausgiebiger Weise geschehen.

Es hatte sich vor Allem als Notwendigkeit herausgestellt, dassdie für die Landwirte wichtigsten naturwissenschaftlichen Fächerdurch eigens hierfür angestellte Docenten vorgetragen und diesen be-sondere Räume für ihre Lehr- und Forschungszwecke überwiesen werdenmüssten. Diesem Bedürfniss entsprechend wurde 1856 Dr. Eichhorn,vormals Docent an der landwirtschaftlichen Akademie zu Möglin, alsLehrer für Chemie, Physik und Technologie nach Poppelsdorf berufen

1 Das ehemalige Institutsgebäude enthält jetzt lediglich die Wohnungen desDirectors, des Administrators sowie die Bureau- und Cassenräume; es führt den NamenDirectorialgebäiide und ist in den Abbildungen 2 und 4 wiedergegeben.