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(eigentlich Regierung) gekommen, daß die Fortdauer dessel-ben uns unheilbringend sein kann, Jeder Wohldenkcndewünscht diesem abgeholfen zu sehen, und dieses istdicHanpt-vcranlassung, weshalb der Herr von Behr und ich hierhergekommen sind, um durch persönliche Vorstellungen diesemunglücklichen Verhaltnisse wo möglich eine andere Richtungzu geben, und da haben wir denn unsere ganze Hoffnungauf Ew. Königl, Hoheit geseht. Unsere Provinz ist von jeher an der Ausübung der ständischen Gerechtsame gewohntgewesen und ist alle Zeit bei neuen Gesetzgebungen gehörtworden; selbst die strengen schwedischen Könige Carl XI.und XII. haben uns dieses nie veisagt, aber jetzt will manuns nicht mehr hören; alle unsere alten Einrichtungen wer-den so zerstörend aufgehoben und alle neuen so unvorbereiteteingeführt, daß die größte Verwirrung die Folge davon ist.Hieraus entstehet einerseits ununterbrochene Bcschwcrdcfüh-rnng von unserer Seite, welche nicht beachtet wird, sondernuns bloß daS Mißfalle» Sr, Majestät des Königs zuzieht,anderer Seits aber gänzliche Zerstörung aller Liebe und allesZutrauens gegen den König, beides gleich unglücklich. DieNachricht, daß Ew. Königl, Hoheit den Vorsitz der Com-mission haben, hatte uns alle mit neuer Hoffnung belebt,und ich nehme daher meine Zuflucht zu Höchstihnen.
Der Kronprinz: Man hat mir gesagt, daß sie eigentlichkeine Constitntion haben, und daß viele in der Provinz diein den Traktaten genannte auch selbst nicht wünschen;wie hängt es damit zusammen und wie ist es mit der Ver-änderung zugegangen,
Frhr. v. Kr, Wir hatten vor 18l16 die von jeher derProvinz eigenthümliche Verfassung; als das deutsche Reichaufgehoben ward, erklärte König Gustav Adolph, daß erPommern jetzt von Deutschland trennen werde, und da nun-mehr die alte auf den Reichsverband gegründete Verfassungnicht mehr passe, so solle hinfort Pommern ganz dieselbeVerfassung wie Schweden selbst haben; dieses dauerte biszu der unglücklichen Katastrophe, durch die der König denThron verlor; als Pommern durch den Frieden wieder anSchweden kam, erklärte Carl XIII., daß die SchwedischeVerfassung nicht der Lokalität der Provinz anpassend sei, son-dern daß eine neue passendere Verfassung entworfen und zudem Ende Depntirte nach Stockholm gesandt werden sollten,was auch geschah. So ward die jetzt bestehende Verfassungentworfen und publicirr.
Der Kronprinz: Also sind Depntirte zur Entwcrfungdieser Verfassung berufen worden; wer waren sie?
Frhr, v. Kr, nannte die Namen: Schloßhauptmann vonUscdom, Varon Langen auf Parow, Obcr-App.-Nath Hagc-meiftcr, Bürgermeister Kühl und Land-Syndicns Fabricins.
Der Kronprinz: Nun, es ist aber ja nie etwas nach die-ser Verfassung berathen oder dieselbe in Ausführung gebrachtworden,
Frhr, v. Kr, Die Verfassung ward 1811 pnblicirt undgleich darauf ward die Provinz von den Franzosen besetzt1813 kam die Schwedische Armee und bald darauf wardPommern abgetreten. Ein ordentlicher Landtag konnte alsonicht gehalten werden, es war auch keine Veranlassung dazuda. Wir können diese Verfassung jedoch nur als wirklichcristircnd und für uns verpflichtend ansehen, da sie als Grund-gesetz vom Könige pnblicirt worden, und wir nach der Zeitauch darauf gehuldigt haben.
Der Kronprinz: Wann war das?
Frhr, v. Kr, Als die Huldigung des jetzigen Königsvon Schweden als Kronprinz von uns gefordert ward.
Der Kronprinz, Ja so, als Kronprinz, Welches sinddenn die neuesten Verfügungen, die bei Ihnen getroffenworden,
Frhr. v. Kr, Die Einführung der indirekten PreußischenSteuern, wogegen so unverhältnißmäßig wenige der früherbestehenden aufgehoben sind.
Der Kronprinz. Es ist sehr schwer, das einmal Beste-hende, Eingeführte wieder zurück zu nehmen,
Frhr, v. Kr, Ich fühle dieses Ew, Kvnigl, Hoheit undbeschränke mich für den Augenblick auch nur auf die gehor-samste Bitte, daß Ew, Königl, Hoheit dahin wirken, daßallen ferneren Steuerungen Einhalt gethan werde, bis dasgroße Werk, welches Ew, Königl, Hoheit jetzt unter Händenhaben und auf dem unsere ganze Hoffnung beruhet, vollen-det ist, auch unsere Steuersätze dahin rcvidirt werden, daßwir nicht mehr als das übrige Pommern steuern. Daß wirnicht alle unsere alten Einrichtungen behalten und einen ab-gesonderten Theil bilden können, sondern mit dem übrigenPommern in gleiche Stellung kommen werden und müssen,das sieht jeder bei uns sehr wohl ein, und dazu werden wirauch gewiß alle Bereitwilligkeit zeigen; nur wünschen wir,daß der Uebergang sanft und ruhig und nicht zerstörend ge-schehe, und daß wir über die Art und Weise, wie er zu bc,ß wirken, gehört werden mögen.