Druckschrift 
Forts. u. Schluß (1850)
Entstehung
Seite
45
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Breite die einzige Oeffnung, welche der Thurm unterhalb seiner Thüre nach außen hin hat gewährtden Strahl des Tageslichts, der diesen düstern Raum kümmerlich erhellt. Ehemals mochte das Verließ alssicherer Vcrwahrungsort der werthvollsten Besitzthümer, der Vorräthe, vielleicht auch Gefangener des Burg-herrn dienen. Gegenwärtig wird es als Keller benutzt; indessen ist der Raum wegen der Dicke der umfassendenMauern natürlich sehr beschränkt; zu ebener Erde mißt die Seite des Vierecks nur vierzehn Fuß. Zu meh-rerer Bequemlichkeit ist vor einigen Dezennien ein ordentlicher Eingang in dieses Verließ an der Ostseitedes Thurmes (limmatwärts) angebracht worden; aber nur mit großer Mühe konnte die Oeffnung zu Standegebracht werden, in welcher man nicht ohne Erstaunen die mächtige Dicke der Thurmmauer unmittelbarwahrnimmt.

Stark und gewaltig ragen diese Mauern empor, ein Denkmal der frühen Jahrhundertc, von denenallein ihr stummes Dasein Zeugniß gibt, während jede Kunde dessen, was sie damals sahen, uns fehlt.Schwerlich mochte diese so erfreulich sein, als was wir jetzt von ihnen wissen. Seit einem halben Jahr-tausend sind sie eine Wohnung friedlicher Thätigkeit, nicht zum Versteck roher Krieger oder zum ZufluchtsorteSchwacher in wilder, unbändiger Zeit, sondern nur dazu bestimmt, die Früchte zu bergen, die der Anbaudes Landes oder stiller, künstlerischer Fleiß den Besitzern verschafft hat. Möge dieser Friede stets um sieweilen, und ihr jetziger Eigenthümer sich in vollem Maße der lieblich gelegenen Wohnung erfreuen, derenVergangenheit er zu ehren und Freunden des Alterthums ans so gefällige Weise zu eröffnen weiß!

Beilagen.

D.

Urkunde im Staatsarchive Zürich vom 18. Juni 1336.

Allen die disen brief sebent oder hörent lesen künde ich Heinrich Manesse burger Zürich und vergiheoffenlich nmbc die nüwcrnnge der gerächten Zürich die sich nülich erhoben haut, das ich da willentlich undunbetwungenlich mit guter vorbetrachtunge dem burgermeister Zürich und den burgern gemeinlich gesworn haueinen gelcrten eit offenlich ze den Heiligen, aber sunderlich vor allen dingen so han ich bi dem selben eidegesworn Rud. Brunen dem egenanten burgermeister ze wartenne und mit guten trüwen gehorsam ze sinne untzan sinen tot, und darzn alle die sink wort und artikel so die burger gemeinlich beide edel und unedel, Armeund Niche burgcr Zürich an dem Ufsatze dirre nüwcrnnge und der gerächten Zürich nülich gesworn hant, dasich och den selben eit jctzent gesworn han und dawider enkein ding mit Worten noch mit werken, mit retennoch mit geteten nit ze tunne, davon die selbe nüwerungc und die gerächte oder jcman anders so sich zu derselben nüwerrrnge jetzcnt verbunden hannt oder noch überbindcnne werdent, bckümbcrt oder bekrcnket dekeincnweg möchten werden an libe oder an gute, ald an dekeinen fachen bi guten trüwen und bi minem eide analle geverde. Ouch ,sol man wissen, das ich sonderlich gelobt han bi dem vorgeseiten eide, dem vorgenandenburgermeister dem Rate und den burgern Zürich gemeinlich mit minem Huse und mit der Brügge indem Harde an den trüwen ze wartenne und gehorsam ze sinne und nieman uff das selbe min husze lassen noch über die Brügge heimlich noch offenlich ze farrene, noch enkein ding da mitteze tun noch verhengen jeman davon die stat Zürich oder der burgermeister oder dekein burger in kumber oderin gebresten an libe, an gute, an dirre nüwerunge und gerichten kommen möchten mit dekeinen fachen, wan